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Nigeria: Hoffnung im tiefen Leid

Wie viel Leid kann ein Mensch ertragen? Diese Frage stellt sich unweigerlich bei der Geschichte von Juliana aus dem Norden Nigeria. Die 50-Jährige lebt heute in Tafawa Balewa, einer überwiegend von Christen bewohnten Region im muslimisch geprägten Bundesstaat Bauchi. Sie hat drei Kinder: Die Töchter Diana, 19 Jahre alt, und die 21-jährige Maryamu. Ihr Sohn heißt Peter. Vor acht Jahren griffen Islamisten ihr Dorf an. Die Männer mordeten und brannten Häuser nieder. Auch Julianas Haus ging in Flammen auf und ihr Mann wurde getötet. Er hatte stets gut für die Familie gesorgt. Ohne Einkommen und Behausung, wusste die verzweifelte Witwe nicht, wie es weitergehen sollte. Sie nahm die Kinder und zog in die nahegelegene Stadt. Dort bekam sie Arbeit und ging als Wäscherin in anderer Leute Haus. Das Geld reichte für genug Essen und das Schulgeld für die Kinder.

Zweiter Schlag

Dann kam der Unfall. Als sie eines Tages die Hauptstraße überqueren wollte, wurde Juliana von einem Auto erfasst. Ein Bein war so schwer verletzt, dass es amputiert werden musste. Nach der langen Zeit im Krankenhaus zog die Familie Anfang vorigen Jahres nach Tafawa Balewa. Ihre Ortsgemeinde unterstützte sie, so dass die Kinder weiter zur Schule gehen konnten. Die Witwe ermutigte sie immer wieder, dafür zu beten, dass Gott ihnen auf ihrem Lebensweg hilft.

Iran: Inhaftierter Pastor dankt für Unterstützung

Rascht/Hopkins (idea) – In einem Brief aus dem Gefängnis hat sich der aus religiösen Gründen inhaftierte iranische Pastor Youcef Nadarkhani für alle internationale Unterstützung bedankt. Von Zeit zu Zeit erhalte er Kenntnis von Medienberichten, die über seine aktuelle Situation informieren. Dazu gehörten Kirchen und führende Politiker, die seine Freilassung verlangen. „Ich glaube, dass diese Aktivitäten sehr hilfreich sein können, um die Freiheit zu erlangen; in rechter Weise kann die Achtung der Menschenrechrechte positive Ergebnisse zeitigen“, schreibt der 35-jährige Pastor, der in Rascht einsitzt.

Gleichzeitig wendet er sich gegen „beleidigende Aktivitäten, die Stress und Ärger hervorbringen und leider unter dem Vorwand der Verteidigung der Menschenrechte und Freiheit begangen werden“. Nadarkhani spielt damit offensichtlich auf die Verbrennung von Koran-Exemplaren durch den US-Prediger Terry Jones (Gainesville/Bundesstaat Florida) an. Der 60-Jährige hatte Ende April eine solche Aktion mit dem Eintreten für Nadarkhani begründet.

Iran: Zum Tode verurteilter Pastor verliert Rechtsbeistand

Der aus religiösen Gründen inhaftierte iranische Pastor Youcef Nadarkhani hat seinen Rechtsbeistand verloren. Sein Anwalt Mohammed Ali Dadkhah ist selbst zu neun Jahren Haft verurteilt worden. Er wird seine Freiheitsstrafe in Kürze antreten müssen. Das teilte der Jurist, der auch politische Gefangene und Menschenrechtsaktivisten in der Islamischen Republik vertritt, der Londoner Zeitung The Guardian mit. Er sei wegen des Verstoßes gegen die nationale Sicherheit, der Verbreitung von Propaganda gegen das Regime und des Besitzes verbotener Bücher verurteilt worden, so Dadkhah.

Dies habe ihm ein Richter bei einem Prozess mitgeteilt, in dem er den zum Tode verurteilten politischen Aktivisten Davoud Arjangi vertreten habe. Dadkhah war der einzige Anwalt, der sich Nadarkhanis Fall angenommen hat. Der 35 Jahre alte frühere Muslim, der als 19-Jähriger den christlichen Glauben annahm, ist nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen wegen „Abfalls vom Islam“ und „Verbreitung nicht-islamischer Lehren“ zum Tode verurteilt und sitzt seit 2009 im Gefängnis von Rascht ein.

Christen in Syrien: Bedrohung nimmt zu

Die syrische Protesthochburg Homs ist eine Stadt in Angst. Trotz Beobachtermission der Vereinten Nationen wird weiter geschossen. Beunruhigend sind auch die Meldungen, die Open Doors jüngst von Christen aus der Stadt erhalten hat. Demnach richtet sich die Feindseligkeit immer offener gegen sie. Christen stehen in diesem Bürgerkrieg zwischen den Fronten – etwa in Rückzugsgebieten der Rebellen, wo überwiegend Christen leben. Das Hilfswerk Open Doors, das Projekte zur Stärkung der Christen in Syrien unterhält, bittet, für die dortige Gemeinde Jesu zu beten.

Kein Weg zurück

Vor dem Konflikt lebten etwa 40.000 Christen in Homs. Heute sind es weniger als 5.000. Die meisten sind wegen der Unruhen geflohen und die verbliebenen Gläubigen stehen unter hohem Druck. Wie Open Doors berichtet wurde, erhielten in Homs jüngst Christen "Besuch" von extremistischen sunnitischen Gruppen. Diese stellten sie vor die Wahl, entweder die Stadt zu verlassen oder getötet zu werden.

Gefangene des Monats: Christen in Laos

Fünf Christen in Laos (Südostasien)haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM/Frankfurt am Main) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea (Wetzlar) als „Gefangene des Monats Mai“ benannt und zur Unterstützung für sie aufgerufen. Von den Inhaftierten ist jeweils nur ein Name bekannt: Die drei Frauen Alee, Poon und Narm sowie die beiden Männer Phosee und Viengsai aus dem Distrikt Palansai wurden am 25. März während eines Gottesdienstes im Süden des Landes verhaftet.

Sie hatten sich in der Ortschaft Boukham (Distrikt Ad-Sapangthong) versammelt, so die Menschenrechtsorganisation „Human Rights Watch for Lao Religious Freedom“ (Dickson/US-Bundesstaat Tennessee). Die fünf hatten bereits vorher Gottesdienste besucht, ohne dass die Behörden eingeschritten waren. Evangelische Christen in Boukham treffen sich außerhalb der staatlich anerkannten und kontrollierten protestantischen Kirche in Privathäusern.

Eritrea: Christen in Metallcontainer eingesperrt

Wie das Hilfswerk Open Doors von örtlichen Kontaktpersonen erfahren hat, sind in Eritrea am Karfreitag 21 Christen verhaftet worden. Militärbeamte überraschten die elf Frauen und zehn Männer am 6. April, als sie im Militärausbildungslager Sawa heimlich einen Gottesdienst zum Gedenken an die Kreuzigung Jesus feierten. Die Verhafteten sind allesamt Lehrer und waren in dem Lager im Westen des Landes nahe der Grenze zum Sudan stationiert. Den Informationen nach sind sie auch dort in Metallschiffscontainern eingesperrt und werden hart bestraft.

Auf dem Weltverfolgungsindex rangiert Eritrea derzeit auf Platz 11 und gehört damit zu den führenden Ländern, in denen Christen am stärksten verfolgt werden. Wegen der unverminderten Verhaftungsgefahr für Christen, die außerhalb staatlicher Regeln ihren Glauben leben, ruft Open Doors dazu auf, die Christen in Eritrea durch Gebet zu ermutigen und zu stärken.

Sudan: Bibelschule angegriffen

Wie Open Doors erfahren hat, haben islamische Extremisten am vergangenen Wochenende in Khartum eine Kirche sowie eine Bibelschule der "Sudan Presbyterian Evangelical Church" niedergebrannt. Bei dem Angriff auf die "Gerief Bible School" am 21. April wurden die gesamte Büroausstattung, Bibliotheksliteratur und persönliche Habseligkeiten von Studenten durch das Feuer vernichtet. Verletzt wurde niemand. Bereits am 9. April hatte ein Mob aus radikalen Muslimen damit gedroht, die Schule zu zerstören. Das Gebäude stehe auf dem "Land des Islam". Zwar konnte die Polizei die Menge vom Kirchengelände vertreiben, doch die Männer drohten damit, sich das Land mit Gewalt zu nehmen.

Open Doors bittet um Gebet für die Christen im Sudan. Denn die Berichte über Vorfälle und Übergriffe gegen Christen, insbesondere in Khartum, häufen sich. Ihre unsichere rechtliche Stellung im Norden fördert die Feindseligkeit gegenüber Südsudanesen.

Link des Tages - Türkei Mordprozess bei ARD

Nordkorea: Christenverfolgung mit System

Die Vorbereitungen zum 100. Geburtstag von Staatsgründer Kim Il Sung laufen in Nordkorea auf Hochtouren. Am 15. April soll dem zum "Ewigen Präsidenten" erklärten verstorbenen Machthaber kollektiv gehuldigt werden. Besonders die Christen in Nordkorea stellt das Jubiläum vor neue Herausforderungen. Sie lehnen den götzenhaften Personenkult ab, sind aber gezwungen, an den gigantischen Feierlichkeiten teilzunehmen. Denn die staatliche wie auch gesellschaftliche Kontrolle ist extrem hoch. Mit einem ausgeklügelten System werden Sicherheitskräfte gezielt darin ausbildet, allein an der Körperhaltung zu erkennen, ob jemand religiöse Tendenzen hat. Lesen Sie in dem nachfolgenden Bericht mehr über das systematische Aufspüren von Christen.

Der Platz mit der monumentalen Bronzestatue von Kim Il Sung in Pjöngjang ist Kult- und Pilgerstätte in der Hauptstadt Pjöngjang. Wenngleich viele Bürger das Blumenablegen und Verbeugen als Zeichen absoluter Verehrung zelebrieren, ist der Personenkult um Kim Il Sung von Staats wegen jedem Bürger verordnet. Parteimitglieder und äußerst regierungstreue Bürger dürfen Abzeichen mit dem Konterfei Kims tragen. Propagandatafeln der Kim-Dynastie sind allgegenwärtig, Bilder von ihnen hängen in den Wohnungen, werden abgestaubt und geehrt. Auch Christen in Nordkorea sind gezwungen, zum eigenen und dem Schutz ihrer Familie diesen Personenkult pro forma mitzumachen.

Hamburger Ostermarsch für iranischen Pastor

In Hamburg steuern die Demonstrationen für die Freilassung des zum Tode verurteilten iranischen Pastors Youcef Nadarkhani einem Höhepunkt zu. Am 7. April, dem Sonnabend vor Ostern, veranstaltet die Ortsgruppe der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) mit Unterstützung der Evangelischen Allianz und der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) einen Ostermarsch für den 34-jährigen evangelikalen Geistlichen.

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