Skip to Content

Äthiopien, Türkei, Nigeria, Bangladesch, Irak, England, Vietnam, Somalia, Nordkorea, Indien, Iran, Pakistan, Afghanistan, Marokko, Philippinen, Ägypten, Dagestan, Indonesien, Turkmenistan, Malediven, China, Sudan, Syrien, Bhutan, Usbekistan, Jemen, Eritrea, Algerien, Laos, Kosovo, Tunesien, Sri Lanka, Myanmar, Kenia, Kolumbien, Saudi-Arabien, Kuba, Jordanien, Mauretanien, Tadschikistan, Fidschi, Nepal

Iranischer Pastor Youcef Nadarkhani vor Hinrichtung

Der zum Christentum konvertierte Iraner Youcef Nadarkhani soll in den nächsten Tagen hingerichtet werden. Das berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM). Das Zentralgefängnis von Rasht, in welchem der Pastor einsitzt, sei von Justizbehörden angewiesen worden, die baldige Ausführung des Befehls vorzubereiten.

Nadarkhani war am 22. September 2010 wegen "Verbreitung nichtislamischer Lehre" und "Abfall vom islamischen Glauben" zum Tode durch den Strang verurteilt worden. Noch am 20. Dezember 2011 war das Gericht angewiesen worden, für mindestens ein Jahr ausschließlich daran zu arbeiten, Nadarkhani zum Islam zurückzubringen.

Der Iran scheint sich von der internationalen Welle der Empörung nicht beeindrucken zu lassen. Sollte das Todesurteil tatsächlich vollstreckt werden, wäre dies "nicht nur die erste Hinrichtung mit der offiziellen Begründung 'Abfall vom Islam', sondern auch ein Schritt in das dunkle Mittelalter", sagte Martin Lessenthin, Sprecher des Vorstands der IGFM. Bisher wurden im Iran immer wieder Menschen hingerichtet, auch ohne Hinrichtungsbefehl und ohne dass die Familie verständigt wäre. Auch der Familie von Pastor Youcef Nadarkhani wurde ein solcher nicht übergeben.

Turkmenistan: Ilmurad Nurliev ist frei

Pastor Ilmurad Nurliev ist wieder in Freiheit. Unerwartet wurde der 46-Jährige am 18. Februar vorzeitig aus dem Arbeitslager Seydi entlassen. Eigentlich hätte er bis Oktober 2014 im Gefängnis bleiben müssen; bei früheren Amnestien wurde er nicht berücksichtigt. Open Doors hatte seit seiner Inhaftierung im Jahr 2010 immer wieder weltweit zum Gebet für Nurliev aufgerufen. Das Hilfswerk für verfolgte Christen reagiert daher erfreut auf die überraschende Wende.

Weiter unter Beobachtung

Open Doors hatte im vergangenen Jahr eine Briefschreibaktion für Ilmurad Nurliev initiiert. Unterstützer aus Deutschland und anderen Ländern konnten dem Pastor direkt ins Arbeitslager im Osten des Landes schreiben und ihn ermutigen. "Zwar wurden mir die vielen Briefe und Karten von Unterstützer aus aller Welt gezeigt", erzählt er, "doch wurden sie mir nicht aushändigt." Aber allein diese sichtbare Solidarität hätte ihn ermutigt: "Ich danke allen, die mir geschrieben haben. Sie zeigten mir: Ich bin nicht vergessen."

Nordkorea: Wie ein Christ gefoltert wurde

Tucson (idea) – Einzelheiten über seine Folter in nordkoreanischer Haft hat der US-amerikanische Christ Robert Park (Tucson/Bundesstaat Arizona) veröffentlicht. Der 31-jährige Missionar koreanischer Herkunft war am 25. Dezember 2009 festgenommen worden, als er von China aus über den gefrorenen Fluss Tumen in das kommunistisch regierte Land eindrang. Nach 43 Tagen wurde er überraschend freigelassen und nach Peking abgeschoben.

Wie er jetzt der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap mitteilte, sei er von Aufseherinnen sexuell gefoltert worden. Mit einem Knüppel hätten sie auf seine Genitalien eingeschlagen und ihm gedroht, dass er niemals heiraten und Kinder haben könne. Auch hätten sie seinen Glauben verspottet: „Wenn dein Gott so groß ist, warum rettet er dich dann nicht?“

Indien: Neue Hoffnung für Kaliya

Zwei Kinder verloren, Haus niedergebrannt, Ernte zerstört: Kaliya musste einen hohen Preis für seinen Glauben an Jesus zahlen. Heute dankt er Gott dafür, "dass er mir die Entschlossenheit gibt, ihn niemals zu verlassen".

Verprügelt, bedroht und ausgegrenzt

Kaliya stammt aus der kleinen Ortschaft Jhaida im zentral gelegenen Bundesstaat Madhya Pradesh. Seine Familie ist arm. Er und seine Frau haben vier Kinder. Ihr Leben verlief "gut". Doch dies sollte sich ändern. Vor etwa zwölf Jahren legte Kaliya seinen hinduistischen Glauben ab und wurde ein Nachfolger Jesu. Damit begannen auch die Anfeindungen gegen ihn und seine Familie. Immer wieder wurde er von anderen Männern verprügelt und aufgefordert, seinem christlichen Glauben abzuschwören. Die Einwohner aus seinem Dorf grenzten ihn aus, und sogar einige Familienmitglieder wollten nichts mehr mit ihm zu tun haben. Zur Polizei zu gehen war keine Option für ihn. Wer würde einen Analphabeten von einer niederen Kaste anhören? Doch obwohl Kaliya um sein Leben fürchtete, und trotz der alltäglichen Drohungen verloren er und seine Familie nicht die Freude an Gottes Wort. Sie sangen weiter christliche Lieder und Kaliya lernte nach und nach sogar, in der Bibel zu lesen. (Foto Open Doors: Kaliya und seine Familie)

Iran: Erneut Verhaftungen von Christen

In den jüngsten Festnahmen mehrerer Christen im südiranischen Shiraz Anfang Februar sieht das Hilfswerk Open Doors die erwartete Fortführung des harten Verfolgungskurses der Regierung gegen Christen muslimischer Herkunft. Die Sorge vor weiteren Repressalien gegen Hausgemeinden bleibt unvermindert groß. Wiederholt hatten die Staatsführung und hohe muslimische Geistliche öffentlich ein hartes Vorgehen gegen die Hausgemeindebewegung angekündigt. Ehemalige Muslime, die als "Feinde des Volkes und Werkzeuge westlicher Propaganda" gelten, sollen damit eingeschüchtert werden.

Das überkonfessionelle Hilfswerk Open Doors, das verfolgte Christen im Iran seit Jahren unterstützt, bittet um Gebet insbesondere für die Gefangenen. Wie in anderen islamisch geprägten Ländern gilt auch im Iran "Apostasie", also der Abfall vom Islam, als todeswürdiges Verbrechen und Verrat gegen die Gemeinschaft der Muslime. Der Iran rangiert auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors auf Platz 5. Mehr als drei Viertel der Christen im Land sind ehemalige Muslime. Ihnen gilt primär die Schärfe der Verfolgung. In den vergangenen Jahren kam es besonders um die Weihnachtszeit zu verstärkten Festnahmen. Doch scheint die Regierung nun - statt mit groß angelegten Verhaftungswellen - eher über einen längeren Zeitraum hinweg gegen kleinere Gruppen vorzugehen.

Somalia: 26-jähriger Christ enthauptet

Erneut ist im ostafrikanischen Somalia ein Christ brutal ermordet worden. Kämpfer der radikal-islamischen Gruppe Al Shabaab haben Zakaria Hussein Omar bereits am 2. Januar in der Ortschaft Cee-carfiid nahe der Hauptstadt Mogadischu enthauptet. Nomaden fanden seinen Leichnam und brachten ihn in die Hauptstadt. Der 26-Jährige war Christ muslimischer Herkunft und arbeitete für eine christliche Organisation, die von den Terroristen im vergangenen Jahr verboten worden war. Er hinterlässt seine Frau, seine Eltern sowie einen Bruder und vier Schwestern. Open Doors bittet, in dieser schweren Zeit der Trauer an sie zu denken und für sie zu beten.

Algerien: Nächtlicher Angriff auf Kirche

Im nordafrikanischen Algerien stehen christliche Gemeinden nicht nur unter staatlicher Überwachung und haben wegen ihres Glaubens mit gesellschaftlichen Ressentiments zu kämpfen: Auch die Gefahr von Angriffen ist allgegenwärtig. So wurde am 1. Februar in der Stadt Ouargla in der gleichnamigen Provinz eine evangelische Kirche angegriffen.

Wie das Hilfswerk für verfolgte Christen Open Doors erfahren hat, drang eine unbekannte Gruppe in der Nacht auf das Kirchengelände ein. Die Einbrecher zerstörten das gusseiserne Kruzifix auf der Dachterrasse des Gotteshauses und beschädigten Bäume sowie das Eingangstor. Zum Zeitpunkt des Angriffes hielt sich Pastor Murad mit seiner Frau und ihrem Baby im Gebäude auf. "Wir hörten Geräusche auf dem Dach, doch wir wagten uns nicht nach draußen. Wir schätzten die Lage als gefährlich ein und befürchteten, getötet zu werden." Die Angreifer hätten lautstark Todesdrohungen geschrien. Am darauffolgenden Tag ging Pastor Murad zur Polizei und erstattete Meldung über den Vorfall. Die Identität der Angreifer ist unbekannt. In den vergangenen sechs Monaten wurden Pastor Murad und seine Frau bereits mehrfach bedroht. Immer wieder wurden Müll und Unrat auf das Kirchengelände geworfen. (Foto Kirche Ouargla: Open Doors)

US-amerikanischer Christ will Nordkorea verklagen

Pjöngjang (idea) – Der US-amerikanische Christ Robert Park (Tucson/Bundesstaat Arizona) will Nordkorea auf Schadensersatz und Schmerzensgeld verklagen. Der 30-Jährige war am 25. Dezember 2009 festgenommen worden, als er von China aus über den gefrorenen Fluss Tumen in das kommunistisch regierte Land eindrang. Nach 43 Tagen wurde er überraschend freigelassen und nach Peking abgeschoben. Während seiner Haft sei er massiv gefoltert worden.

Kolumbien: Pastor mit seiner Familie vertrieben

Anhänger der Rebellengruppe FARC-EP ("Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens") haben in Zentralkolumbien einen Pastor und insgesamt 37 seiner Verwandten von ihren Wohnorten nahe La Macarena (Region Meta) vertrieben. Bereits drei Monate zuvor war Pastor Wilber Ramirez* von Guerillas bedroht worden, er solle seine Kirche schließen und die Warnung ernst nehmen, um weiteren Ärger zu vermeiden.

Seit Jahren im Visier

Seit etwa 15 Jahren ist Wilber Ramirez Pastor in der Region. Gegenüber Open Doors sagte der dreifache Vater, die Rebellen seien in sein Haus eingedrungen, hätten seine Sachen gepackt und ihn gezwungen, augenblicklich zu verschwinden. "Wenn man hier solch eine Drohung erhält, dann denkt man nicht zwei Mal nach", so Ramirez. "Doch weder ich noch meine Verwandten wissen genau, warum wir im Visier der Rebellen stehen und wir von unserem Land verschwinden mussten. Wir haben es lediglich für die Landwirtschaft genutzt." Die neun betroffenen Familien lebten auf zehn Höfen verstreut in der Region. Seit nun mehr sechs Jahren wird der Pastor von Rebellen bedroht. Sie hatten ihm verboten, zu predigen. Er sollte seine Gemeinde auflösen und seine "Religion" aufgeben - weil sein Sohn ein "Deserteur" sei, wie es hieß. Doch keine der anderen Familien war jemals bedroht worden. (Foto Familie Ramirez: Open Doors)

Nordnigeria: Der leise Exodus – Christen auf der Flucht

(Abuja) In Nigeria herrscht Genozid-Notstand. Im bevölkerungsreichsten Land Afrikas will die islamische Sekte Boko Haram mit ihren bewaffneten Milizen einen islamischen Scharia-Staat errichten. Mehr als 35.000 Christen befinden sich nach zahlreichen antichristlichen Attentaten auf der Flucht aus dem mehrheitlich moslemischen Norden in den christlichen Süden des Landes. Das Staatssekretariat des Vatikans, das in ständigem Kontakt mit der Apostolischen Nuntiatur in Nigeria und der nigerianischen Bischofskonferenz steht, fordert ein Eingreifen von Vereinten Nationen und EU und drängt die westlichen Regierungen, die ethnisch-religiöse Säuberung auf die Tagesordnung der internationalen Politik zu setzen.

Inhalt abgleichen