Skip to Content

Äthiopien, Türkei, Nigeria, Bangladesch, Irak, England, Vietnam, Somalia, Nordkorea, Indien, Iran, Pakistan, Afghanistan, Marokko, Philippinen, Ägypten, Dagestan, Indonesien, Turkmenistan, Malediven

Nordnigeria: Der leise Exodus – Christen auf der Flucht

(Abuja) In Nigeria herrscht Genozid-Notstand. Im bevölkerungsreichsten Land Afrikas will die islamische Sekte Boko Haram mit ihren bewaffneten Milizen einen islamischen Scharia-Staat errichten. Mehr als 35.000 Christen befinden sich nach zahlreichen antichristlichen Attentaten auf der Flucht aus dem mehrheitlich moslemischen Norden in den christlichen Süden des Landes. Das Staatssekretariat des Vatikans, das in ständigem Kontakt mit der Apostolischen Nuntiatur in Nigeria und der nigerianischen Bischofskonferenz steht, fordert ein Eingreifen von Vereinten Nationen und EU und drängt die westlichen Regierungen, die ethnisch-religiöse Säuberung auf die Tagesordnung der internationalen Politik zu setzen.

Bangladesch: Ehefrau eines christlichen Lehrers verprügelt

Im südasiatischen Bangladesch haben muslimische Dorfbewohner die Frau eines Lehrers und Mitarbeiters von Open Doors verprügelt. Der Übergriff ereignete sich nach Informationen des Hilfswerkes für verfolgte Christen am 29. Januar in einer Ortschaft im Bezirk Kushtia im Nordwesten des Landes. Die Frau, deren Name und derzeitiger Aufenthaltsort aus Sicherheitsgründen ungenannt bleiben, wurde mit Kopfverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. Sie konnte die Klinik am darauffolgenden Tag wieder verlassen.

Motiv: Evangelium verkündet

Ihr Ehemann ist für Open Doors als Lehrer in einem Alphabetisierungsprogramm tätig. Zum Zeitpunkt des Angriffs auf seine Frau war er nicht zu Hause. "Die Männer schlugen mehrere Male auf die Frau ein, offenbar wegen der Arbeit ihres Mannes, und weil sie mit anderen Dorfbewohnern über ihren christlichen Glauben spricht", erklärte ein einheimischer Mitarbeiter von Open Doors. "Bislang konnten wir das Paar noch nicht besuchen, aber wir stehen mit ihnen in Kontakt. Bitte betet für ihre Genesung und ihre Sicherheit."

Das muslimisch geprägte Bangladesch belegt auf dem Weltverfolgungsindex 2012 von Open Doors Platz 49 in der Rangliste der Länder, in denen Christen am stärksten verfolgt und benachteiligt werden. Weniger als ein Prozent unter den mehr als 150 Millionen Einwohnern sind Christen. Sie gehören nahezu 32 verschiedenen Denominationen an, überwiegend evangelischen Gemeinden. Der Verfolgungsdruck geht hauptsächlich von führenden muslimischen Geistlichen und Dorfbewohnern aus, denen das Wachstum christlicher Gemeinden missfällt.

Ägypten: Wieder schwere Angriffe auf Christen

Erneut hat sich in Ägypten ein schwerer Angriff islamischer Extremisten auf Christen ereignet. Am 28. Januar überfielen mehr als 3.000 Muslime orthodoxe Kopten im nordägyptischen Dorf Kobry el Sharbat (Gouvernement Alexandria).

Sie plünderten Häuser und Läden und setzten sie dann in Brand. Zwei Kopten und ein Muslim wurden bei den Übergriffen verletzt. Wie der assyrische Informationsdienst Aina berichtet, kamen Sicherheitskräfte zu spät, um die Brandschatzung und die Vertreibung christlicher Familien zu verhindern. Muslime hätten die Feuerwehr daran gehindert, die Brände zu löschen, und das Militär habe rund eine Stunde gebraucht, um zwei Kilometer bis zum Tatort zurückzulegen. Nach Augenzeugenberichten waren viele der Täter islamische Extremisten, sogenannte Salafisten.

Indien: Scharia-Gericht verurteilt Christen

Im nordindischen Kaschmir-Tal spitzt sich die Lage für Christen aufgrund des wachsenden islamischen Extremismus zu. Drei Christen wurden Mitte Dezember von einem Scharia-Gericht für schuldig befunden, Muslime zum Übertritt zum christlichen Glauben verführt zu haben. Zudem ordnete das Gericht islamischen Religionsunterricht auch an christlichen Schulen an und forderte die Regierung des Bundesstaates Jammu und Kaschmir auf, die Verwaltung aller christlichen Schulen in der Region zu übernehmen. Weiterhin sollten muslimische Kinder, die solche Bildungseinrichtungen besuchen, beim Morgengebet auch ein muslimisches Tagesgebet singen. Die Region liegt im überwiegend muslimischen Bundesstaat Jammu und Kaschmir.

Pastor Chander Mani Khanna von der Allerheiligenkirche in Srinagar, der Holländer und katholische Christ Jim Borst und der Evangelist Gayoor Messa haben die Region bereits verlassen. In den vergangenen Wochen sind noch weitere Christen aus der Region geflohen. Auch gegen Parvez Samuel Kaul, den Leiter einer örtlichen christlichen Schule, wird ermittelt. "Ich bin mit meiner Frau und den Kindern geflohen, da ich mich in der Hauptstadt Srinagar nicht sicher fühlte", so ein Christ, der aus Sicherheitsgründen anonym bleiben möchte. "Eine Gruppe von Muslimen hat mein Haus zweimal besucht und meinen Eltern mit dem Ausschluss aus der Gemeinschaft gedroht, falls sie mich nicht zum Islam zurückbrächten." Ein anderer Christ berichtete, mehrere Muslime hätten seine Familie und die Familien seiner Freunde in Srinagar aufgesucht. Ihnen wurde ebenfalls mit der gesellschaftlichen Ächtung gedroht, sollten ihre Kinder nicht zum Islam zurückkehren.

Indonesien: Nahezu Verdoppelung der Übergriffe gegen Christen

In Indonesien haben sich im vergangenen Jahr die Übergriffe bzw. Fälle von Intoleranz gegenüber Christen nahezu verdoppelt. Zu diesem Ergebnis kommt die "Indonesian Protestant Church Union" (PGI). Sie zählte insgesamt 54 Gewaltakte und andere Straftaten gegen Christen - 24 mehr als im Jahr davor. Die Versiegelung bzw. Schließung von Kirchen und die Verweigerung von Baugenehmigungen bilden hierbei den Großteil der Verstöße gegen die Religionsfreiheit. Das Hilfswerk für verfolgte Christen Open Doors führt das südostasiatische Land auf Platz 43 im aktuellen Weltverfolgungsindex. Indonesien gehört zu den Staaten, in denen sich die Lage der Christen im vergangenen Jahr weltweit am stärksten verschlechtert hat.

Gesellschaftliche Intoleranz zur Norm

Die Übergriffe gegen religiöse Minderheiten im Allgemeinen seien laut PGI von 198 im Jahr 2010 auf 276 im vorigen Jahr gestiegen. Das Schlimmste könnte jedoch noch bevorstehen, falls die Behörden die Bedrohung durch den islamischen Extremismus weiter ignorieren, warnte ein Vertreter des "Wahid Institute" aus Jakarta. Die muslimische Organisation vertritt eine liberale Ausrichtung des Islam und wirbt entsprechend dem Gründungsprinzip des Landes für Toleranz. Sie untermauert ihren Vorwurf mit dem Hinweis auf Versuche, Intoleranz gegen nicht-muslimische Minderheiten zu institutionalisieren. Die Abwertung dieser Religionsgruppen soll zur gesellschaftlichen Norm werden. So wurden im vorigen Jahr in Indonesien mindestens 36 Vorschriften entworfen oder in Kraft gesetzt, die religiöse Praktiken allein mit der Begründung untersagen, sie würden vom Islam abweichen.

Iran: Ungewöhnliches Ende einer Teestunde

Trotz des unverminderten Verfolgungsdrucks auf Christen muslimischer Herkunft im Iran bilden sie den größten Teil der christlichen Minderheit in der islamischen Republik. Drei Viertel der etwa 460.000 Christen sind ehemalige Muslime, schätzt das Hilfswerk für verfolgte Christen Open Doors. Ihnen gilt primär die Schärfe der Verfolgung.

Der Iran belegt auf dem aktuellen Weltverfolgungsindex Platz 5 in der Liste der Länder, in denen Christen am stärksten verfolgt und benachteiligt werden. Doch trotz des harten Kurses der Regierung und islamischer Geistlicher gründen Konvertiten weiter Hausgemeinden. Die meisten von ihnen sind durch TV- und Internetangebote zum christlichen Glauben gekommen. Viele von ihnen geben ihren neuen Glauben mutig an ihre Verwandten und Freude weiter, wie das Beispiel von Laleh zeigt.

Zum Tode verurteilter Pastor bleibt standhaft

Der wegen seines christlichen Glaubens zum Tode verurteilte iranische Pastor Youcef Nadarkhani bleibt standhaft: Obwohl ihm die Justizbehörden eine „Brücke“ bauen, um sein Leben zu retten, macht er keine Zugeständnisse im Glauben. Nach Informationen der Menschenrechtsorganisation Christian Solidarity Worldwide (CSW/London) ist dem Inhaftierten die Freilassung in Aussicht gestellt worden, wenn er eine Aussage mache, dass er Mohammed als „Boten Gottes“ ansehe. Doch der 35-jährige Leiter einer 400 Mitglieder zählenden christlichen Untergrundgemeinde habe dieses Angebot ausgeschlagen.

Pakistan: 30-jährige Christin vorerst freigelassen

Eine in Pakistan des Diebstahls beschuldigte Christin wurde gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt, nachdem die Polizei keine Beweise für die gegen sie erhobene Anklage erbringen konnte. Salma Emmanuel soll ihrer Arbeitgeberin Schmuck gestohlen haben. Die 30-jährige dreifache Mutter bestreitet die Vorwürfe. Auch nach der einstweiligen Freilassung muss sie neben dem schwebenden Verfahren mit dem Stigma einer Diebin leben. Sie und ihr Ehemann finden keine Arbeit und sind von Verwandten abhängig. Das Hilfswerk für verfolgte Christen Open Doors bittet weiterhin um Gebet für Salma Emmanuel und ihre Familie. Sie erwarten ihr viertes Kind.

Nordkorea: sieben Untergrundkirchen ausgehoben

Wie gerade aus Nordkorea bekannt wird, sollen seit der Machtübernahme des neuen Diktators Kim-Jong-Un mindestens sieben Untergrundversammlungen „ausgehoben“ worden sein.

Seit dem 17. Dezember 2011, als der letzte Machthaber des streng abgeschotteten Militärstaates, Kim-Jong-Il, verstarb, hat dessen Sohn zumindest repräsentativ die Macht im Lande übernommen. Nordkorea nimmt mit unschöner Regelmässigkeit den „Spitzenplatz“ im Weltverfolgungsindex der christlichen Menschenrechtsorganisation „open doors“ ein. Dies kommt nicht von ungefähr. Die dort herrschende „Juche“-Philosophie, die das götzenhafte Anbeten der Staatsführung verlangt, verträgt sich mit überzeugtem Christentum natürlich nicht.

Iran: Ungewissheit um inhaftierten Pastor

Der iranische Christ Pastor Yousef Nadarkhani, der in einem Gefängnis in Iran einsitzt, weil er vom Islam zum Christentum konvertierte, bleibt in Haft. Ende vergangenen Jahres kam die Hoffnung auf, dass der zum Tod verurteilte Vater von zwei Kindern möglicherweise auf internationalen Druck hin freigelassen wird.

Wie die christliche Hilfsorganisation Christian Solidarity International (CSI) mitteilt, hat der iranische Justizminister Ayatollah Sadegh Larijani das Gericht angewiesen, mit einem Entscheid über das weitere Schicksal von Pastor Nadarkhani bis zu einem Jahr zu warten.

Inhalt abgleichen