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Vietnam: Abgeschobene Christen kehren zurück

Hoya (idea) – Für eine vietnamesische Familie, die in Norddeutschland ihre neue Heimat gefunden hat, geht ein Alptraum zu Ende: Am 31. Januar kehren die abgeschobenen Eltern Minh Tuong und Thi San Nguyen mit ihren beiden jüngsten Kindern Esther (9) und André (6) von Hanoi in das niedersächsische Hoya bei Bremen zurück, wo sie die vergangenen 19 Jahre gelebt haben. Sie waren im November in ihr Herkunftsland „rückgeführt“ worden. Ihre älteste Tochter Ngoe Lan (20) durfte in Deutschland bleiben, weil sie eine Aufenthalterlaubnis besitzt.

Die Familie war Anfang der neunziger Jahre unter falschem Namen eingereist. 1998 wurden die Eltern Christen und schlossen sich einer pfingstkirchlichen vietnamesischen Missionsgemeinde in Hannover an. Um nicht länger in Unehrlichkeit leben zu müssen, zeigten sie den Behörden die Umstände ihrer Einreise an, auch wenn dies die Abschiebung bedeuten könnte. Von August 2006 bis Februar 2007 gewährte ihnen die Martin-Luther-Kirche in Hoya Kirchenasyl. Der Fall beschäftigte die Härtefallkommission des Landes Niedersachsen. Trotzdem musste die gut integrierte Familie – die Eltern arbeiteten in einer Baumschule, die in Deutschland geborenen Kinder gingen zur Schule bzw. zum Kindergarten – nach Hanoi reisen, wo sie unter beengten Verhältnissen bei Verwandten lebten. Nach heftigen Protesten aus Kirche, Politik und Flüchtlingsorganisationen setzte sich Innenminister Uwe Schünemann (CDU) für die Rückkehr ein.

CDU-Politiker: Solche Menschen in Deutschland behalten

Wesentlichen Anteil an dem glücklichen Ausgang hat der CDU-Bundestagsabgeordnete Axel Knoerig, der den Wahlkreis Diepholz/Nienburg vertritt. Er stellte unter anderem Kontakte zum Auswärtigen Amt und den betroffenen Botschaften her. Außerdem sorgte er dafür, dass sich Vertreter der Konrad-Adenauer-Stiftung in Hanoi dafür einsetzten, dass die Familie Pässe erhielt. Wie Knoerig idea auf Anfrage sagte, sei es bitter und tragisch, dass die christliche Familie in das kommunistisch regierte Land abgeschoben worden sei, weil sie sich zur Wahrheit bekannt habe. Die Nguyens seien in Deutschland gut integriert und hätten selbst für ihren Unterhalt gesorgt. Die jüngeren Kinder sprächen kaum Vietnamesisch. Der Politik müsse daran gelegen sein, solche Menschen hier zu behalten. Zusammen mit weiteren etwa 40 Unterstützern, besonders der stark engagierten Hoyaer Kirchenvorstandsvorsitzenden Renate Paul und Pastor Andreas Ruh, heißt Knoerig die Nguyens bei ihrer Rückkehr am Flughafen Hannover willkommen.