Viele iranische Christen muslimischer Herkunft sind vor Verfolgung aus ihrer Heimat geflohen und leben heute im Ausland. Eine Rückkehr in den Iran wäre für sie lebensbedrohlich. Dessen ist sich auch die ehemalige Muslima SouzAn bewusst. Sie lebt heute im Nachbarland Türkei. Ihren richtigen Namen haben wir aus Sicherheitsgründen geändert. SouzAns Geschichte könnten andere iranische Christen in ähnlicher Weise erzählen. Sie alle brauchen unsere Ermutigung.
Lebenswende mit Folgen
SouzAn wuchs in einer muslimischen Familie auf. Mit ihrem ebenfalls muslimischen Mann und den beiden Kindern lebte sie in einer kurdisch geprägten Region im Westen des Iran. Dort fand sie auch zu Jesus Christus und schloss sich einer Hausgemeinde an. Ihr Mann tolerierte ihren neuen Glauben, bat sie aber inständig, niemandem davon zu erzählen. Eines Tages verhaftete sie die Polizei. Drei Tage lang saß sie hinter Gittern. Im Gefängnis gewesen zu sein, gilt in dieser Region für eine Frau als große Schande. Nach ihrer Entlassung drohte ihr ein Polizist: "Wir beobachten dich!" Für SouzAn war klar, dass sie von nun an kein normales Leben mehr führen würde. Die Polizei informierte das Krankenhaus, wo sie als Krankenschwester arbeitete, dass SouzAn "eine Abtrünnige vom Islam" sei. Noch in der derselben Woche verlor sie ihre Stelle.
Der Druck wird immer stärker
Sie tauchte mit ihrem Sohn und ihrer Tochter bei Verwandten in Teheran unter. Selbst dort war sie nicht sicher. Ihr Mann sagte ihr am Telefon, sie müsse innerhalb von drei Tagen vor Gericht erscheinen. SouzAn wusste, dass dies das Ende ihrer Freiheit bedeuten könnte. Würde sie wegen Abfalls vom Islam angeklagt, drohe ihr mindestens Gefängnis, wenn nicht gar die Todesstrafe.
In der Fremde
SouzAn nimmt die Kinder und flieht in die Türkei. Dort will sie sich bei den Vereinten Nationen als Flüchtling anerkennen lassen. Doch der Beamte sagte nur: "Sie haben keine Probleme. Warum also sind Sie hier? Es war ein großer Fehler, Christin zu werden." SouzAn ist völlig verzweifelt, denn in den Iran kann sie nicht mehr zurück. Dank der Hilfe einiger iranischer Familien in der Türkei kann die 35-Jährige eine kleine Wohnung anmieten.
Druck auf Familie
Unterdessen hat im Iran die Geheimpolizei ihren Mann verhaftet. SouzAn sei eine kurdische Spionin, heißt es nun. Die Beamten drohten damit, weitere Verwandte zu verhaften. "Meine Schwester verlor ihre Arbeitsstelle. Vielleicht wegen mir", erzählt SouzAn traurig. "Am Telefon bat mich mein Mann, bald zurückzukehren und drohte damit, mir die Kinder wegnehmen zu lassen. Ich fürchte, sie haben ihn dazu gezwungen. Nie würde er so etwas tun."
Traurig, doch nicht verzweifelt
SouzAn überkommt immer wieder eine tiefe Traurigkeit, dennoch setzt sie ihr Vertrauen in Gott: "Ich weiß, dass Jesus bei mir ist - ganz gleich, was kommt. Ich bete, dass sie meinen Mann in Ruhe lassen und er nicht zusammenbricht." SouzAn ist unsicher, ob sie nicht doch lieber in den Iran zurückgehen soll.
Beten und schreiben
Beten Sie für SouzAn und ihre Kinder. Ermutigen Sie sie mit einer Karte in Englisch. Wenn Sie auch anderen iranischen Christen schreiben wollen, verwenden Sie eine neutrale Anrede.
Schreiben Sie bis Ende März 2011 an:
"Iranische Christen"
c/o Open Doors
Postfach 1142
65761 Kelkheim
Wir leiten die Briefe weiter.








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