Skip to Content

Lehre der Dreieinigkeit: höchst aktuell

Über allgemeine Dogmenfeindlichkeit und Bedeutungsverlust der Trinitätslehre

„Warum nennst du denn drei: den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist, wo doch Gott nur einer ist?“

Heidelberger Katechismus, Frage 25

 

Raphael Schuster schrieb in einem Artikel zu dem Thema Das Ringen um die Lehre der Dreieinigkeit in der alten Kirche, dass jeder Christ die wichtige Frage 25 des Heidelberger Katechismus beantworten können sollte. Ferner hat Raphael Schuster richtig erkannt, dass die „Lehre von der Dreieinigkeit ein höchst aktuelles Thema“ ist und erläutert:

Thomas Schirrmacher formuliert diese Einsicht folgendermaßen: „Die gegenwärtige Annäherung der großen monotheistischen Religionen, Christentum, Judentum und Islam, zum Beispiel in gemeinsamen Gebeten, ist nur möglich, weil die Lehre von der Dreieinigkeit und die damit verbundene Lehre von der Göttlichkeit Jesu in der christlichen Theologie und Mission nicht mehr an oberster Stelle der Tagesordnung stehen, wie dies etwa in der Alten Kirche oder bei den Reformatoren der Fall war.“

Als Ursachen für diese Entwicklung verweist Raphael Schuster auf die katastrophale Bedeutung des historisch-kritischen Umgangs mit der Heiligen Schrift und auch auf die Dogmenfeindlichkeit, die in der Gemeinde weitgehend um sich gegriffen hat. Beide Motive haben auch in konservativen christlichen Kreisen zu einer Sprachlosigkeit geführt, wenn es um das Thema der Dreieinigkeit Gottes geht. Es geht dabei nicht zuerst um Unglauben und Zweifel, sondern um den Bedeutungsverlust der Trinitätslehre für den gesamten christlichen Gottesdienst, - nicht nur aber auch am Sonntag. Außerdem ist die Bereitschaft, diese Lehre biblisch zu begründen, stark in den Hintergrund geraten.

Aber gerade der Bekenntnischarakter des Glaubens (Röm. 10,9-11) verlangt auch von Christen des 21. Jahrhunderts, biblische Wahrheiten, wie diejenige von der Dreieinigkeit Gottes, formulieren zu können...

...den gesamten Artikel in der Zeitschrift Bekennende Kirche Nr. 48 (S.19-22) lesen: hier

 

Bücher zum Thema:
 

Kommentare

Wohlgefallen Jesu

Hallo Wolle,

dieses "im Namen Jesu" würde ich auf die Glaubens-und Gebetshaltung beziehen und nicht als Formel verwenden.
Wenn man seine Gebete und Fürbitten prüft, sollten sie dem Willen Gottes entsprechen und in seinem Sinne will ich beten.

Ob man die Gebete zwischen Vater und Sohn aufteilen muss, denke ich nicht. Manchmal freue ich mich so über den Zugang, den Christus durch sein Blut zum Vater freigemacht hat, dass ich zuerst dem Vater danke für sein Opfer, sich den Sohn vom Herz zu reissen.
Meistens bete ich zu Jesus Christus, der das Ebenbild des Vaters ist - und die beiden sind ja eins.

Dass der Heilige Geist mir helfen möge, bete ich gar nicht zu Gott.
Mein Ansprechpartner bleibt der Herr Jesus und die Nähe zu ihm hilft bei allem.

Liebe Grüße
Ute

Zu nur Kraftwirkungen

Eben, der Hl. Geist ist eine Person die sich nicht zwingen lässt:
1Kor 12,11    Dies alles aber wirkt ein und derselbe Geist, der jedem persönlich zuteilt, wie er will.

Dabei stellt sich mir die logische Konsequenz, wenn Gaben nach Gutdünken durch Handauflegung ausgteilt werden, dass sich dann ein Geist von Unten einstellt, der den echten Geist kopiert und die Manipulierten denken, dass sind die Kraftwirkungen des Hl. Geistes.

Der Hl. Geist verherrlicht

Der Hl. Geist verherrlicht immer Jesus. Dem stimme ich absolut zu! Die Lehre von der Person ist deshalb wichtig, weil so manche diese sozusagen "um sich werfen" wollen und meinen, "nur Kraft" auszuteilen.

_________________________________________________________________________

"Man kann erst tolerieren, wenn man anderer Meinung ist." - D.A. Carson
 

Beten zum Hl. Geist?

Bezüglich das Gebet zum Hl. Geist hat der Dieter Recht. Ich erlebe das immer wieder das auch Anbetungslieder dem Hl. Geist zugesungen werden und wenn ich dann darauf hinweise das dies nirgends in der Bibel steht, dann entgegnet man mir, dass ja eh alle Drei Eins sind. - Menschliche Logik...

Aber klar ist, der Hl. Geist verherrlicht immer Jesus (Joh 16,14).

Vielleicht kann mir der Eine oder Andere bei Folgendem helfen?
- Wie sieht Ihr diesen Gebetsabschluss bei dem manche sagen das der dabei sein muss "...in Namen Jesus Christus. Amen" (bezugnehmend auf Joh 14,13-14)

- Wenn ich Bitten, Dank oder Lob habe, an wen richte ich die denn letztendlich genau? Welche gehen an den Vater und welche an den Sohn?
- Wen bitte ich z.B. das der Hl. Geist mir bei einer Bibelstelle helfen soll (der Hl. Geist kommt vom Vater aber er ist der  Stellvertreter Jesu)?

LG Wolle

Äpfel und Birnen

Auf das Wort Gottes habe ich hingewiesen. Auf die Kirchenhistorie nur, damit man im Laufe der Jahre nicht aneinander vorbeiredet. Wenn Begriffe erst einmal mit Inhalt gefüllt sind ist es i.d.R. wenig hilfreich, neue Begriffe in Umlauf zu bringen. Der Begriff allein erklärt noch nicht viel, man muss darüber reden und das wurde hinreichend getan. Zur Doktrin stütze ich mich also nicht auf die Kirche sondern auf das Wort. Um der Doktrin aber einen Begriff zu verleihen, erinnere ich mich gerne an meine Glaubensväter.

_________________________________________________________________________

"Man kann erst tolerieren, wenn man anderer Meinung ist." - D.A. Carson
 

Kirchenhistorisch gewachsen

Hier ist einer der Kernpunkte unserer heutigen Probleme innerhalb der sog. Christenheit. Zwar spricht man gern von "Sola scriptura", doch in vielen -auch zentralen- Punkten stützt man sich auf Kirchenhistorie.

Noch einmal zum Thema Heiliger Geist

Johannes 14,23
Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen.

Der Herr Jesus sagt doch, dass er und der Vater kommen werden, wenn jemand Ihn liebt. Da haben wir doch die personifizierte Gottheit, nämlich den Vater und den Sohn, die durch den Heiligen Geist Wohnung machen. Warum muss ich denn jetzt in dem Geist selbst auch noch eine Person sehen, wenn das gar nicht so im Wort steht.

Das mündet dann z.B. in Gebeten zum Heiligen Geist. Man sieht es als legal, auch wenn das Wort an keiner Stelle Anlass dazu gibt. Man sagt einfach: Der Heilige Geist ist die dritte Person der Gottheit. Das rechtfertigt dann gleich die Anbetung.

Der Vater wird den Heiligen Geist senden (Joh.14,26). Müssen wir jetzt sagen, der Geist Gottes ist auch eine eigenständige Person, wenn das ohne Weiteres gar nicht erkennbar wird.

Im ersten Buch Mose schwebt der Geist Gottes über den Wassern.
Aus Interlinear Hebr.-English:
Genesis 1,2
u·ruch aleim mrchphth ol - phni e·mim:
and·spirit-of Elohim mvibrating over surfaces-of the·waters

Ruach kann auch mit Hauch übersetzt werden. Möglicherweise spricht das Wort hier von einer anderen Offenbarung des Heiligen Geistes. Das weiß ich letztlich nicht. Es war aber wohl nicht der Heilige Geist ohne den Vater und den Sohn.

Wir sollten als wiedergeborene Christen nicht über das Wort hinaus aus kirchenhistorischen Gründen Theologien der entarteten Kirchen stützen, wenn sie nicht eindeutig am Wort festzumachen sind. Dadurch stärken wir unser Profil und können besser von Irrlehrern unterschieden werden, wie z.B. von der Katholischen Kirche.
Das wäre für die außenstehende Welt, im Besonderen für die islamische Welt eine riesengroße Hilfe.

Ich selbst habe übrigens kein Problem damit, diese Frage als für mich nicht eindeutig klärbar einfach stehen zu lassen. Das Problem ist dann eher, dass man als Andersdenkender schnell in die Sektiererecke gestellt und verachtet wird, sobald man darüber ins Gespräch kommt.

Person Hl. Geist

Aus "Know The Truth" von Bruce Milne:

A personal being
The Holy Spirit is not `it', an impersonal force or power, but a divine person. Although the Greek noun for `spirit' is neuter, the Greek NT always calls the Holy Spirit `he', never `it' (Jn. 16:13).
The term paraclete is essentially personal, referring to a personal agent (Jn. 14:16, etc., cf. 1 Jn. 2:1). In Jn. 14:15 Jesus speaks of the Spirit as 'another paraclete' in addition to himself; it is difficult to see how this parallel can meaningfully be drawn without investing the Spirit with fully personal qualities. Similarly Paul speaks of `grieving' the Holy Spirit (Eph. 4:30); one can resist a Power, but grieve only a person.

Kurz und frei übersetzt:

In Joh 16:13 wird 'er' angekündigt, nicht es. ("Er wird euch in die Wahrheit leiten.") In Joh 14:15 spricht Jesus von einem anderen Tröster nach ihm, der Vergleich impliziert also Persönlichkeit wie Jesus sie hat. So wie Jesus Person ist, muss der kommende Tröster dann auch Person sein. Und schließlich kann man den Heiligen Geist betrüben, man kann aber nur eine Person betrüben und nicht eine Kraft. (Eph 4:30)

Dreieinheit ist m.E. auch möglich. Da der Begriff der Dreieinigkeit aber kirchenhistorisch gewachsen ist und bereits mit Inhalt gefüllt wurde, würde ich ihn beibehalten.

_________________________________________________________________________

"Man kann erst tolerieren, wenn man anderer Meinung ist." - D.A. Carson
 

Dreieinigkeit ist der falsche Begriff

Die Gottheit ist nicht einig in ihrer uns offenbarten Person, sondern sie ist Eins. Deswegen führt die sogenannte "Dreieinigkeit" eher vom Verständnis weg. Dreieinheit ist genauer.
Dass der Vater und der Sohn jeweils eine Person und doch Eins sind, ist eindeutig zu erkennen. Dass der Heilige Geist auch eine Person ist, ist Auslegung. Man kann die Eigenschaften die vom Geist Gottes sprechen, einer Person zuordnen, auf jeden Fall aber zur Person Gottes. Aber eine eigenständige Person hinter dem Heiligen Geist zu erkennen, das war mir bisher noch nicht möglich.
Kann das jemand erklären. Ich wäre dankbar.