Das gerade erschienene Sarrazin-Buch habe ich natürlich auch noch nicht gelesen, aber unabhängig vom Inhalt des Buches erinnert die Art, wie derzeit zur Jagd auf den Mann geblasen wird, doch sehr an den Umgang der DDR mit abweichenden Meinungen. In einer Gesellschaft, in der Meinungsfreiheit durch das Grundgesetz geschützt ist, stellt es schlicht einen Verfassungsbruch dar, derart mit jemandem umzugehen, der von diesem grundgesetzlich verbrieften Recht Gebrauch macht.
Die ganze Sache sagt weniger über Sarrazin und sein Buch als über die Verfassungstreue all derer aus, die ihm jetzt den Mund verbieten wollen. Daß das Kanzleramt in der Sache auch noch offen Druck auf die eigentlich unabhängige Bundesbank ausübt, ist dann schon ein doppelter Verfassungsbruch. Und daß ausgerechnet die Medien, die ja von Berufs wegen Hüter der Meinungsfreiheit sein sollten, zum großen Teil mit zur Hatz blasen, ist beinahe noch alarmierender.
Nutzen wir die Meinungsfreiheit, solange noch Reste davon vorhanden sind.
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