Francis Chan: Persecution in India / Verfolgung in Indien
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Zur Erinnerung
Der HERR hat verheißen:
"An dem Tag,
den ich bereite,
werdet ihr wieder sehen,
was für ein
Unterschied
besteht
zwischen dem Gerechten
und dem Gesetzlosen,
zwischen dem,
der Gott dient,
und dem,
der ihm nicht dient."
Fürchte dich nicht, denn du sollst nicht zuschanden werden.
Jesaja 54,4
Christus spricht:
Wenn man euch abführt und vor Gericht stellt, dann sorgt euch nicht im Voraus, was ihr reden sollt, sondern was euch in jener Stunde eingegeben wird, das redet. Denn nicht ihr seid es, die reden, sondern der Heilige Geist.
Markus 13,11
Kommentare
Dmitry
Das Gesicht in den verschränkten Armen bergend, gestützt auf den Knien saß er im Staub auf dem Boden.
Noch ist der Eindruck frisch und die erbarmungslose Situation fügte seiner Seele tiefe Wunden zu. Wehrlos, entrechtet und jeder menschlichen Würde beraubt, hatte man ihn kurz zuvor in diesen Kerker geworfen und allein seiner Angst und Verzweiflung übereignet.
Zunächst kauerte er auf der Erde, bald lag er auf seinem Angesicht, ging dann umher, um sich sogleich niederzuknien und wieder seinen Friedefürst zu finden, der alle Bitternis, alle Not und Vereinsamung wenden kann.
Es zählte nur noch allein, angesichts dieser Umstände, was im Herzen als Schatz existierte, wie er seine Seele zu sammeln wusste und aufzurichten vermochte seinen Sinn - empor zu Gott.
Bedeutend schwerer in dieser ausweglosen Lage, als vorher wog nun jedes Wort der Schrift, jeder Gedanke der alten Väter, Gesangbuchverse und einzelne Schriftstellen, die ihm nun unmittelbare Anrufung Gottes bedeuten.
Um seines Glaubens an Jesus Christus willen hatte man ihn seiner Freiheit beraubt und unter fadenscheinigen, erlogenen Gründen in diese kalte, finstere Zelle gebracht, ohne eine Auskunft darüber zu erteilen, wie es nun weiterginge.
Völlig lichtlos war der Raum und er starrte mit brennenden Augen blind in seine Nacht hinein.
In den Tiefen seiner Seele aber, unmerklich zuerst, formte sich bald deutlich greifbar und sanft ein Wort aus der Schrift: „Wer unter euch fürchtet den Herrn? Wer gehorcht der Stimme seines Knechtes? Wenn er im Finstern wandelt und ihm kein Licht scheint, so vertraue er auf den Namen des Herrn und halte sich an seinen Gott!“
Damit haben seine Gedanken nun eine Zuflucht gefunden, einen Bergungsort, ein Nest wie für einen flatternden Vogel - dieses Wort der Hoffnung ist leise in sein Herz gefallen, daran klammerte er sich augenblicklich fest in dieser großen Seelennot.
Hält dieser Bibelvers dem stand, was kommen wird, unausweichlich? Er weiß es nicht, jedoch für diese Stunde hat er sich vorbereitet und erfasste ja, was er tat, als er sich für ein Leben mit dem Gott der Bibel entschied. Von Stund an seiner Wiedergeburt las er begierig in dem Liebesbrief des Vaters, sog die Worte tief in sich hinein und war sich der Konsequenz seiner Auslieferung an den allmächtigen Schöpfers wohl bewusst. Dass dieses Bekenntnis nicht lediglich seine berufliche Existenz kosten könnte, darüber war sich jeder, der sich in diesem Land bekehrte, im Klaren.
Im Laufe der Zeit lernte er viele Schriftstellen auswendig, kannte geistliche Lieder und das Geheimnis der inneren Verbundenheit des Herzens mit seinem Heiland, der ihn unaufhörlich speiste aus einer Quelle, welche die Welt nicht kennt.
Nun musste es sich gegenwärtig erweisen, ob seine Treue zu diesem Herrn siegte, er in allem standhielt und das ungewisse Bevorstehende überwindbar sein würde. Dass letztendlich nur Gott allein, kein Mensch, kein autoritäres System und kein Widersacher sein Schicksal in der Hand hielt, erkannte er ganz gewiss; jedoch eingemauert nun, ausgeliefert menschlicher Bestien und ihrer entarteten Phantasie, reduzierte ihn dieser Umstand auf das erbärmlichste. Niemals je war er bedürftiger und hilfloser, nie so verlassen gewesen und in den Schlund eines derart abgrundtiefen Grauens geworfen worden. Was werden sie mit ihm tun?
Noch saß der Schock sehr tief und allmählich nur löste sich die Fesselung des Entsetzens, indem sich langsam in ihm die Worte bildeten…nicht mein Wille… Ja, der Herr Jesus war dafür, für seine Todesnot in diese Stunde gekommen, für jene Passion in die Welt hinein geboren worden. In Gethsemane ist er vorangegangen in große Pein, seine Seele hat sehr gezagt und keiner könnte ihn jetzt besser verstehen, als jener Erlöser allein - und jetzt geht es dem Lamme nach, wohin dieser Weg auch führen mag.
Während er so sein Einverständnis hinsichtlich dieser Trübsal erwägte, bedachte und dann ausdrückte, wurde er alsbald von einem sanften Lichtstrahl umfangen und es wurde hell an diesem dunklen Ort. Wenn er jetzt sehen würde, was auch Elisa´s Diener zuerst nicht sah…
Ein warmer Mantel der Liebe legte sich freundlich und mild um seine Schultern und die Anwesenheit Gottes erfüllte sein Herz, als die Trostworte aus dem Propheten Jesaja wiederum zu ihm kamen: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst! Ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein.
Endlich lösten sich die Tränen und leise tastete seine Hand zu dem geöffneten Fels seines Heils, der jener Seele in ihrer größten Schwachheit göttliche Kraft gab, ihn einhüllte und die Augen seines Herzens erleuchtete.
Der Herr gab es ihm, sein Manna für diesen Moment aufzusammeln, seine Speise zu sich zu nehmen für diesen speziellen Weg - belebte, ermutigte und stärkte ihn gerade auf diese Weise mit seinen Segnungen.
Dmitry mein Bruder, du liegst schwer auf meinem Herzen, in dein Gefängnis kann kein Mensch kommen, aber ich besuche dich täglich durch Gebet und Flehen am Thron des Vaters in Anbetracht deiner finsteren Todesschatten. Womit kann ich dir sonst helfen, wie dir beistehen und dienen?
Will ich das sein?
Dieser Film ist kaum kommentierbar und mir liefen die Tränen runter.
Der Mann hat sich von Gott treffen lassen, damit er ins Gebet für diese Geschwister geführt wird.
Heute morgen kam mir der Vers in den Sinn: "Die Füchse haben Gruben, die Vögel Nester, aber der Menschensohn hat nichts, wo er sein Haupt hinlegen kann". Matthäus 8,20
Wir können nicht für unseren Wohlstand, aber wir als Christen der westlichen Welt haben die Verantwortung der ungeheuren Verführungswelle zu widerstehen, die unser fleischliches Ego fördert und uns vergessen läßt, dass unsere Geschwister in anderen Teilen der Welt entsetzlich und unvorstellbar leiden.
Mir stellen sich ähnliche Fragen und mein Glaube wird sich erst beweisen in der Situation, wenn man konkret leidet, wenn man hungert oder friert oder einem Gewalt angetan wird, dann erst wird der Wert des Glauben offenbar.