Christa Widmer, Mitarbeiterin von Schuzh e.V. berichtete, dass wieder einmal ein Glaubensbruder für 5 Tage in Erzwingungshaft genommen wurde, weil er eine seiner Töchter von einer schulischen Theaterveranstaltung ferngehalten und das Bußgeld nicht bezahlt hat.
Br. E. berichtet über die 5 Tage Erzwingungshaft folgendes:
„Mit Gott ist es überall gut. – Die beiden Polizisten in Zivil, die mich von meiner Arbeitsstelle aus abgeholt und dann – nach einem Abstecher nach Hause, wo ich mich umziehen und meine Sachen mitnehmen konnte – nach Hamm gebracht haben, waren recht freundlich. Ich sagte ihnen, daß diese zeitlichen Leiden leicht sind, verglichen mit dem, was Ungläubige nach ihrer Lebenszeit in der Hölle durchmachen müssen. Ich wies sie hin auf die Stelle in 2. Kor. 4,17-18, wo es heißt:
‚Denn unsre Trübsal, die zeitlich und leicht ist, schafft eine ewige und über alle Maßen wichtige Herrlichkeit uns, die wir nicht sehen auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare. Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich; was aber unsichtbar ist, das ist ewig.’
Und daß es in Römer 8,18 heißt: ‚Denn ich halte es dafür, daß dieser Zeit Leiden der Herrlichkeit nicht wert sei, die an uns soll offenbart werden.’
Das konnten sie natürlich nicht verstehen.
Als ich beim Gefängnis ankam und die Leitung erfuhr, daß ich ein Baptist bin, sagte einer von ihnen: ‚Das sind die einzigen, die hier freundlich sind.’
Ich bekam fast 30 Briefe in diesen 5 Tagen, wofür ich sehr dankbar bin. Ich bin auch dankbar dafür, daß ich meine mitgebrachten Bücher behalten durfte – ich mußte bißchen energisch darauf bestehen , denn dort in Hamm sind sie diesbezüglich ziemlich streng und kontrollieren alles genau, wegen der Gefahr des Drogenschmuggels. So konnte ich die Zeit zum Lesen nutzen, zur Vorbereitung für wenigstens die letzten zwei Tage der geplanten Kinderrüstzeit, für die ich der Verantwortliche war und auf der ich Vorträge über die Geschichte der Gemeinde Jesu in Rußland halten wollte. Es war mir natürlich bißchen schwer zu verkraften, daß ich wegen der völlig unvorhergesehenen Erzwingungshaft die ersten fünf Tage nicht dort mitwirken konnte; doch niemand ist unersetzlich.
Gleich am ersten Tag hatte mir jemand einen Brief und ein paar russische Traktate geschickt, die ich dort verteilen konnte. Da das Gefängnis überbelegt war, hatte ich keine Einzelzelle ; doch somit konnte ich zwei wegen Drogen Verhaftete kennenlernen – einer von ihnen war nur 3 Stunden frei gewesen und gleich wiedergebracht worden – und mit ihnen sprechen. Zwar war der Rauch unan-genehm, aber ein solches Zusammentreffen ist für mich eine gottgegebene Möglichkeit zur Evange-lisation.
Die Gläubigen, mit denen ich verbunden bin, gestalteten vor dem Gefängnis einen Gottesdienst, an dem viele Geschwister teilgenommen haben; ich hörte zwar nur etwas vom Blasorchester, denn die Zellen liegen alle auf der Seite des Innenhofes, aber trotzdem war ich dankbar, daß etwas von dem Schall dorthin gelangte, obwohl aus allen benachbarten Zellen ständig Musik zu hören ist – türkische, russische, deutsche, usw. Ein Mann war gerade verhaftet worden und sagte drinnen zu mir: ‚Da draußen stehen viele Menschen und singen schöne Lieder; was sind das für Leute?’ Ich antwortete: ‚Das sind alles meine Geschwister; sie sind wegen mir gekommen…’ – Wir sind immer froh über diesen Dienst, schon darum, weil es gegenüber der Gefängnisleitung ein Zeugnis ist.
Ohne Gottes Willen fällt kein Haar von unserem Haupt, und Sein Wille ist immer der Beste, auch wenn es für uns dabei ins Gefängnis geht. Das ist die Methode Gottes, Seine Königsherrschaft auszubreiten – nicht mit Waffen der Revolutionäre, sondern mit Seinem Wort und unserem Zeugnis.
Als ich entlassen wurde, fuhr ich gleich zu dem Kinderzeltlager, nachdem ich mich zu Hause ge-duscht und umgezogen hatte; ich wollte doch so schnell wie möglich zu den Kindern dort gelangen.“



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Kommentare
Heimschule
Eine Seite die ensprechende Antworten liefert:
http://www.hausunterricht.org/
Dort wird auf viele Argumente eingegangen.
Schule zu Hause- für alle ?
Beim Thema "Schule zu Hause" stelle ich mir schon länger die Frage, wie so etwas in der Praxis aussieht. Da es ja Länder gibt, in denen das so läuft, wäre ein Erfahrungsbericht interessant.
Ich bin mir zwar sicher, daß christliche Heimschule eine hervorragende Bildung und Erziehung vermittelt, frage mich aber auch, ob es gut wäre, wenn auch Eltern anderer Religionsgemeinschaften oder gar von extremistischen Gruppen jeglicher Sorte ihre Kinder durch eigene Beschulung völlig von der Gesellschaft und der Chance zum direkten Kontakt mit Menschen, die andere Meinungen haben, abtrennen und sie so möglicherweise ein einseitiges und verzerrtes Weltbild bekommen. Isolierte Grüppchen könnten eine Gefahr darstellen!
Wird dieses Problem gesehen und wie begegnet man ihm?