Anlässlich der Christopher-Street-Day-Parade in Berlin hat die Ev. Kirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz (EKBO) einen besonderen Gottesdienst angeboten. Dazu eingeladen hatte der Kirchenkreis Stadtmitte und der Lesben- und Schwulenverband Deutschlands (LSVD). Prominenter Prediger war der zu seiner Homosexualität bekennende Politiker und Katholik Klaus Wowereit (SPD).
Er forderte in seiner Predigt dazu auf, Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transsexuelle nicht nur zu tolerieren, sondern zu akzeptieren und gar zu helfen. Das entspräche dem Willen Gottes und dem Gebot der Liebe nach Johannes 15,12: „Das ist mein Gebot, dass ihr euch untereinander liebt, gleichwie ich euch liebe.“ Leider gäbe es immer noch Bischöfe, die meinten, dass gelebte Homosexualität der Heiligen Schrift und dem Willen Gottes widerspreche. Man könne die Schrift auch anders auslegen. Es sei ein gutes Zeichen, dass die EKBO dem „Bündnis gegen Homophobie“ (Bündnis gegen Angst vor Homosexuellen) beigetreten sei.
Superintendent: Sexuelle Identität ist ein Geschenk Gottes
Den zweiten Teil der Predigt hielt der – ebenfalls homosexuelle – Berliner Superintendent Bertold Höcker. Jeder Mensch sei geliebt doch die Schwierigkeit sei, dies auch anzunehmen. Die Angst, nicht geliebt zu sein, nenne die Heilige Schrift Sünde. Die Folge dieser Angst sei es, sich anzupassen und klein zu machen oder sich größer als andere zu machen, sich abzugrenzen und moralische Regeln aufzustellen. Leider sei es auch so, dass die Verfolger der Homosexuellen ebenso geliebt seien.
Höcker rief dazu auf, die eigene sexuelle Identität als Geschenk Gottes zu begreifen. Wenn diese verantwortlich gelebt werde, führe dies zu einem intakten Gottesverhältnis. Eine Opferhaltung, bei der man sich als verfolgte Elite fühle, sei zwar gemütlich, aber nicht christlich. Höcker: „Deswegen, gerade für Schwule, Lesben und andere: Schluss mit den Opfern!“ Lesben und Schwule sollten „mutig das Geliebtsein leben – dazu Gottes Segen.“
Gedenken an den „Märtyrertod“ von Lesben und Schwulen
In der Fürbitte des Gottesdienstes wurde um Vergebung gebeten für alle „Fehldeutungen der Heiligen Schrift, die zur Verfolgung und Ermordung von Schwulen und Lesben geführt haben“. Als liturgische Farbe des Gottesdienstes wurde die Farbe Rot gewählt, um des „Märtyrertodes“ von Lesben und Schwulen zu gedenken. Sie hätten „ihr Blut vergossen, für das, wofür sie doch geliebt sind“.
Die Kollekte des Gottesdienstes ging je zur Hälfte an den LSVD und das schwule Anti-Gewalt-Projekt „Maneo“. Der Veranstalter kündigte an, dass künftig jedes Jahr am Vorabend des Christopher Street Day ein Gottesdienst gefeiert werden soll. Der Christopher Street Day erinnert an den Aufstand von Homosexuellen gegen eine Polizeirazzia in einer Schwulenbar in der Christopher Street in New York am 28. Juni 1969.
Als Zusammenfassung ein Ringen um die richtigen Worte
Wenn die evangelische Kirche mit schwulem Superintendenten einen katholischen schwulen Politiker predigen lässt und alle Homosexuellen dazu aufruft, ihre 'Verfolger' zu lieben und ihre gelebte Sünde (!) als Geschenk Gottes zu begreifen, dann sind wir wahrlich weit gekommen und man muss sich fragen, wo wir am Ende landen.
Beiträge zum Thema:
- Dokument zur Aufklärung über Homosexualität
- Homo-Partner im Pfarrhaus in den meisten Landeskirchen möglich
- Keine Gottesdienste zum Christopher-Street-Day!
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Kommentare
Das fehlt auch noch
das die als heilige Märtyrer in die Reihen der wahrhaften Märtyrer (wie Waldenser, Hugenotten, Albigenser, Michael Sattler und Ehefrau, Christen heute, etc.) mit eingereiht werden.
http://www.haus-gemeinde.de