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Chrislam in Deutschland - ein Erfahrungsbericht

Am Donnerstag fand die Einschulung der Tochter meiner Freundin in der Feigeschule statt. Ich ging natürlich mit in die Kirche zum Einschulungsgottesdienst. Vor der Kirche sah ich auch viele türkische Familien. Ich dachte mir nur: „Oh, welch ein Wunder? Die türkischen Kinder sind auch hier mit ihren Eltern? Und gehen mit in die Kirche“? Als wir in die Kirche eintraten, sah ich warum. Ein Imam war auch da. Ach, das ist aber nett und sehr tolerant, dachte ich mir. Außerdem brauchen sich die türkischen Kinder nicht zu rechtfertigen, warum sie erst zur Einschulung in die Schule kommen – und nicht schon in der Kirche waren. So war es zu meiner Zeit und auch bis vor kurzem noch bei meinen eigenen Kindern.

Der katholische Priester begrüßte alle Kinder gleichermaßen und erzählte dann etwas vom Regenbogen, wie er entsteht. Durch viel Regen und Sonne – dabei kam er auf Gott und Noah und die Arche zu sprechen. Danach kündigte er den Imam an. Dieser kam direkt ans Mikrofon und fing sofort an, einige Suren aus dem Koran zu singen. Ich dachte mir nur: Oh Gott, was ist das? Ein Imam singt in einer Kirche? Nach dem Imam kam dann eine türkische Frau, sehr verschleiert. Sie las einige Abschnitte aus dem Koran: „Allah ist groß, Allah ist mächtig und Allah hat uns alle erschaffen. Allahs Wille geschehe und Allahs Wille widersetzt man sich nicht“. Und das Ganze wurde dann natürlich in Türkisch und in Deutsch vorgelesen.

Da müssen sich doch vor allem die deutschen Kinder gedacht haben: „Was denn nun? Allah oder Gott?“ Ich fand es aber sehr gut, dass die deutschen Eltern das Ganze toleriert haben und es als sehr normal und menschlich gesehen haben. In der gesamten Türkei hätte es so etwas nicht gegeben. Die türkischen Eltern haben es wie einen Sieg gefeiert. Als wollten sie sagen, wenn wir es soweit gebracht haben, dann können wir mehr erreichen. Sie waren stolz darauf. Ich habe es als sehr unpassend empfunden, dass der Imam gesungen hat und sein Part sehr religiös war. Er hätte ja auch eine Geschichte erzählen können, so wie die vom katholischen Priester, die eher auf allgemeinen Formulierungen basierte. Wahrscheinlich werden jetzt wohl die Kinder im nächsten Jahr zur Einschulung in eine Moschee eingeladen. Gehört wohl zum üblichen Programm.

{Quelle: www.hertener-allgemeine.de – Von: Erol Celik, Paschenberg — Betr.: Leserbrief zur Einschulung Feigeschule — gekürzt}

 

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