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Alternative zur Manhatten-Erklärung gesucht


Wer die Diskussionen mitverfolgt hat, kommt doch ins Nachdenken: Auf der einen Seite verwehrt man sich dem gemeinsamen Protest gegen die Abtreibung zusammen mit den Katholiken, auf der anderen Seite fordert man von der ökumenisch orientierten Ev. Allianz gemeinsamen Protest gegen die Minarette. Wie passt das zusammen?

Man kann die Manhatten-Erklärung kritisieren, sie fördere die Ökumene. Die Argumente kennen und respektieren wir. Mit der Kritik wird darüber hinaus dafür geworben, als Christ dort nicht zu unterschreiben. Wir haben dennoch unterschrieben, weil uns gesellschaftliche Einflussnahme wichtig ist.

Als Christen sind wir gegen die Abtreibung, und die Zahl der im Mutterleib getöteten Menschenleben nimmt stetig zu, vor unseren Augen. Was tun wir dagegen? Nutzen wir das demokratische System um politisch Einfluss zu nehmen oder lehnen wir uns fatalistisch zurück, es würde eh nichts nützen.

Auf der politischen Ebene stimmen wir in einigen Punkten immer zugleich mit anderen überein, dessen theologische Ansichten wir nicht teilen. Im Extremfall nehmen wir an Abstimmungen zB gegen den Islamismus teil und sitzen dabei in einem Zug mit den Rechtsradikalen. Das müssen wir in Kauf nehmen oder uns grundsätzlich distanzieren.

Am besten wäre natürlich, wir sprechen mit einer Stimme zusammen mit denjenigen, die uns auch im Glauben am nächsten stehen. Doch genau hier sind wir auf der Suche: was ist die Alternative zur Manhatten-Erklärung? Kritisieren kann jeder, besser machen kaum jemand.

Wir kennen (und unterstützen) noch den DVCK e.V. und SOS Leben e.V. und ihre Petitionen, aber auch die sind katholisch. Vielleicht liegt es am eher unbiblischen Verständnis so mancher Bibeltreuer, dass die Gnadenlehre die biblische Forderung nach guten Werken in manchen evangelischen Kreisen leider völlig verdrängt hat.

Die Betonung liegt auf der Lehre, und das ist wichtig. Gesunde Lehre ist aber nur wirklich da gesund wo sie zu Taten führt. Zusammen mit Schirrmacher, McDowell und knapp einer halben Million anderer setzen wir uns in der Manhatten-Erklärung - auf politischer Ebene - für die christlichen Werte ein. Was können wir sonst tun?

"Wir werden ganz und ohne Widerwille dem Kaiser geben, was des Kaisers ist. Doch unter keinen Umständen werden wir dem Kaiser geben, was Gottes ist." Das unterschreiben wir im Kern, und es ist ein Statement in Richtung Politik, das wir ungeachtet theologischer Differenzen mit anderen teilen können.

Wir respektieren diejenigen, die eine andere Meinung haben. Wir wehren uns aber gegen die, die uns deswegen biblische Erkenntnis absprechen wollen.

Eine andere Initiative gegen die Abtreibung haben wir hier gefunden. Vielleicht tatsächlich eine Alternative, wenn wir uns dort an Aktionen beteiligen können. Oder wir schließen uns einer christlichen Partei wie der AUF-Partei an, trotz unterschiedlicher theologischer Ansichten im Detail.

Lesen Sie auch Thomas Schirrmacher: Warum die Manhattan Erklärung recht hat