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„Die neue Unterschicht“ und „die multikultu­relle Gesellschaft“

Nur wer die Besonderheiten der neuen Unterschicht kennt, kann auf sie zugehen

(Bonn, 23.04.2012) Der Ethiker und Soziologe Thomas Schirrmacher (Bonn) hat in einem Seminar im Rahmen des GemeindeFerienFestivals SPRING in Willingen (Sauerland/Hessen), an dem 3300 Teilnehmer eine Woche zusammen waren, Christen und Kirchen dazu aufgefordert, sich für die „neue Unterschicht“ zu interessieren und einzusetzen. Das mit 170 Teilnehmern sehr gut besuchte Seminar fand in der Katholischen Kirche in Willingen statt.

Die Hilfe laufe allerdings ins Leere, wenn man sich nicht vorher gründlich damit auseinandersetze, was diese „neue Unterschicht“ ausmacht. Längst, so Schirrmacher, hat sich in Deutschland eine dauerhafte „neue“ Unterschicht festgesetzt. Man nenne sie „neu“, weil sie sich kulturell stark von der früheren Unterschicht des 19. und 20. Jahrhunderts unterscheidet und ihre Armut sich nicht mehr in erster Linie in Hunger, Krankheit und Unterdrückung äußert. Hatte sich etwa die frühere Arbeiterschicht stark und aktiv in Arbeitervereinen, Gewerkschaften und Parteien organisiert und für ihre Rechte und ihren Aufstieg gekämpft, sei die neue Unterschicht eher durch Passivität gekennzeichnet. Man nehme kaum am gesellschaftlichen Leben teil, setze sich kaum für den Aufstieg und die Bildung der Kinder ein und zahle lieber mehr für „Bequemeres“. Die heutige Unterschicht sei gemessen am heutigen Durchschnitt zwar arm, gemessen an den Armen von vor 100 Jahren aber reich.

Fertigprodukte wie ein Essen im Fast-Food-Restaurant siege über günstigere Produkte, die man selbst zubereiten muss. „Das Fernsehen siegt über die Bildung der Kinder und die Abhängigkeit vom Staat über den Wunsch, durch Arbeit aus der Misere zu finden“, erklärte Schirrmacher. Der Ethiker geht davon aus, dass Kirchen und Gemeinden die neue Unterschicht ebenso wenig im Blick hätten, wie einst die Arbeiterschicht im 19. Jahrhundert. Kirchenferne Menschen würden in erster Linie in der Mittelschicht erreicht. Gerade die Passivität der neuen Unterschicht zwinge Kirchen und christliche Werke, aktiv zu werden und nach dem Gebot Jesu zu „gehen“, und nicht darauf zu warten, dass das eigene attraktive Programm die Schwachen der Gesellschaft von selbst anziehe.

Islam weder idealisieren noch dämonisieren

Über die Chancen und Gefahren einer „multikulturellen Gesellschaft“ hat der Religionssoziologe Thomas Schirrmacher in einem weiteren Seminar referiert. Er belegte in seinem Vortrag statistisch, dass Deutschland seit Ende des Zweiten Weltkrieges das führende Einwanderungsland in Europa sei. Selbst Roderich Egeler, der Präsident des Statistischen Bundesamtes, der sich ansonsten eher mit politischen Aussagen zurückhalte, habe davon gesprochen, dass Deutschland die Zuwanderer dringend benötige, wenn es nicht ausdünnen und vergreisen wolle: „Der Rückgang der Bevölkerung vollzieht sich ausschließlich bei den Deutschen ohne Migrationshintergrund.“

„Deutschland hat meines Erachtens viele Chancen für die Integration von Einwanderern ohne Zwang, falschen Nationalismus oder die Vorgabe eines bestimmten Lebensstils“, so Schirrmacher. Wo die Integration nicht gelungen sei, liege dies vor allem an den Problembereichen wie Bildung, jugendlicher Gewalt und Religion. „Wenn eine wachsende Zahl nicht in die Arbeitswelt integrierter Türken in Deutschland lebt, verwundert es nicht, dass diese vermehrt für den Islamismus anfällig ist“, sagte Schirrmacher. „Hier die Augen vor wachsenden Problemen wie Ehrenmorden, Gewalt an Frauen oder dem Predigen von Hass und Krieg zu verschließen, führt auch nicht weiter.“

Die Christen rief er dazu auf, offen und beherzt bereit zu sein, christliches Denken und christliche Werte öffentlich darzustellen und zu empfehlen: „Lasst euer Meinungsbild nicht von den Medien bestimmen.“ Christen hätten die Aufgabe, wachsam und dem Zeitgeist kritisch gegenüber eingestellt zu sein. Aus Schirrmachers Sicht gehe eine „Idealisierung“ des Islam ebenso an der Realität vorbei wie die „Dämonisierung“. Politiker mahnte Schirrmacher zur Fairness: „Lasst Muslimen nicht Gewaltaufrufe durchgehen, während Christen noch nicht einmal Abtreibung ‚Mord‘ nennen dürfen“, forderte der Theologe.

 

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Kommentare

Zeichen unserer Zeit

Und das entspricht dann so gar nicht dem, was uns in der Bibel, dem geoffenbarten Wort Gottes, durch Jakobus 2:1-6 gesagt wird:

1 Meine Brüder, habt den Glauben Jesu Christi, unseres Herrn der Herrlichkeit, ohne Ansehen der Person!
2 Denn wenn in eure Synagoge ein Mann kommt mit goldenem Ring, in prächtigem Gewand, es kommt aber auch ein Armer in unsauberem Gewand herein,
3 ihr seht aber auf den, der das prächtige Gewand trägt, und sprecht: Setze du dich bequem hierher!, und sprecht zu dem Armen: Stehe du dort, oder setze dich unten an meinen Fußschemel! 
4 habt ihr nicht unter euch selbst einen Unterschied gemacht und seid Richter mit bösen Gedanken geworden?
5 Hört, meine geliebten Brüder: Hat nicht Gott die vor der Welt Armen auserwählt, reich im Glauben und Erben des Reiches zu sein, das er denen verheißen hat, die ihn lieben?
6 Ihr aber habt den Armen verachtet. Unterdrücken euch nicht die Reichen, und ziehen nicht sie euch vor die Gerichte?

Leider sind, und das macht solches Verhalten deutlich, viele derer, die sich Christen nennen nicht wirklich im Wort Gottes gut bewandert und setzen um, was sie dort lesen.
Ein Zeichen unserer Zeit!

 


Um zu einer Schafherde zu gehören ist es unabdingbar selbst Schaf zu sein!

Darunter fällt dann auch das

Darunter fällt dann auch das so manche Leute besonders bevorzugt behandelt und hochgehoben werden.
Und außerdem werden in der Regel die Leiter und Ältesten danach gewählt wie ihr gesellschaftlicher Status ist und was sie beruflich erreicht haben.

Ich habe noch nie einen armen Bruder erlebt der längere zeit arbeitslos war und Ältester war oder auch zumindest geblieben wäre.

Neue Unterschicht

Kirchenferne Menschen würden in erster Linie in der Mittelschicht erreicht. Gerade die Passivität der neuen Unterschicht zwinge Kirchen und christliche Werke, aktiv zu werden und nach dem Gebot Jesu zu „gehen“, und nicht darauf zu warten, dass das eigene attraktive Programm die Schwachen der Gesellschaft von selbst anziehe.

Ich kann das nur bestätigen. In einigen Gemeinden habe ich eine große Kluft zwischen den Schlipsträgern und den einfachen Menschen erlebt. Wenn beide zusammenkamen, fühlten sie sich sichtlich unwohl. Die Kluft war noch größer als die zwischen verschiedenen Ländern und Kulturen. Beschämend, wenn man an Jesu Worte und seine Liebe gerade zu der Unterschicht denkt.

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"Man kann erst tolerieren, wenn man anderer Meinung ist." - D.A. Carson
 


+ + +     "Wer an Jesus Christus glaubt, der hat ewiges Leben." - Die Bibel, Johannes 6:47     + + +