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Kirche

Pfr. Christoph Richter: Falsche Propheten in der Kirche

Zwischenruf zur Debatte um Homosexualität

„Dein Wort ist unsers Herzens Trutz und deiner Kirche wahrer Schutz; dabei erhalt uns, lieber Herr, dass wir nichts anders suchen mehr.“ (EG 246,7)

„Es gibt keine biblischen Aussagen, die Homosexualität in eine positive Beziehung zum Willen Gottes setzen – im Gegenteil!“ (Aus: EKD – Denkschrift „Mit Spannungen leben“, EKD-Texte Nr. 57, S. 21, Abschnitt 3). Mit dieser Aussage ist der Befund der Hl. Schrift zur Sache exakt festgestellt. Wer diesen eindeutigen Schriftbefund unter Berufung auf sein privates Schriftverständnis als „in der Sache nicht zutreffend“ beiseite schiebt, mutiert damit zum falschen Propheten.

Und solange ein „Schriftverständnis“ weder durch kirchliche Bekenntnisse noch durch irgendwelchen gesamtkirchlichen Beschluss autorisiert ist, muss es als „privat“ gelten. Des Weiteren gibt es keinerlei naturwissenschaftlich exakt geführten Nachweis darüber, dass homosexuelle Prägung „genetisch bedingt“ und darum als „pränatal gegeben“ zu bewerten sei. Wer also von einer „dritten Schöpfungsvariante“ neben Mann und Frau spricht, vertritt damit eine Position, die – streng wissenschaftlich gesehen – keinen ernst zu nehmenden Grund und Boden hat.

Kirchen-Kampf im frommen Sachsen

In keiner Landeskirche ist nach der Verabschiedung des Pfarrdienstgesetzes auf der EKD-Synode Ende 2010 der Widerstand gegen homosexuelle Partnerschaften im Pfarrhaus so groß gewesen wie in der pietistisch geprägten Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens. Trotz zahlreicher Warnungen entschied die sächsische Kirchenleitung Anfang dieses Jahres zur Überraschung vieler theologisch konservativer Christen, das Pfarrhaus für diese Lebensweise zu öffnen, wenn bestimmte Voraussetzungen gegeben sind.

Das wurde besonders von Pietisten als Affront betrachtet. Eine Sächsische Bekenntnis-Initiative von inzwischen 253 Gemeinschaften, 106 Gemeinden, 32 Werken und rund 8.000 Einzelpersonen bildete sich. Ihre Vertreter konnten allerdings auf der Frühjahrstagung der Landessynode den Beschluss der Kirchenleitung nicht kippen. Zumindest erreichten sie zusammen mit weiteren konservativen Synodalen die Verabschiedung einer zusätzlichen Erklärung, dass Ehe und Familie das Leitbild bleiben sollen. Außerdem gibt es einen dreijährigen Gesprächsprozess.

Zur Suspendierung von Lutz Scheufler - ein offener Brief

Sie haben im Einvernehmen mit dem Landeskirchenamt mit Wirkung vom 13.06.2012 Lutz Scheufler vom Dienst suspendiert. Es ist ihm bis auf Weiteres untersagt, den Dienst der Wortverkündigung im Auftrag der Landeskirche zu versehen und als Landesjugendwart mit dem Aufgabenbereich Evangelisation tätig zu sein. Das war ja nun zu erwarten von einer Kirche, die in falscher, kirchlicher Klerikalität ein Feind der in Christus begründeten Bruderschaft ist. Ich kann nur hoffen, dass nun und künftig noch mehr eine Kirche verlassen, die mehr einem religiösen Freudenhaus gleicht als einem geistlichen Tempel.

Zur Stellungnahme des Evangelisationsteams

Landesjugendpfarrer Tobias Bilz am 14.06.2012

Das Evangelisationsteam unter der Leitung von Lutz Scheufler hat im Internet und über einen eigenen E-Mail-Verteiler eine Stellungnahme zum Beschluss der Landessynode, in definierten Einzelfällen homosexuelle Partnerschaften im Pfarrhaus zuzulassen, veröffentlicht. Lutz Scheufler ist als Jugendevangelist Referent im Landesjugendpfarramt und hat in dieser Funktion die Stellungnahme unterschrieben. Dem ist weder eine Vorinformation noch ein Gespräch mit mir oder anderen Mitarbeitenden des Landesjugendpfarramtes vorausgegangen. Deshalb möchte ich auf seine Stellungnahme auch öffentlich reagieren.

Kommunikationsprozess

In den Beschlüssen von Kirchenleitung und Landessynode zu homosexuellen Lebenspartnerschaften in sächsischen Pfarrhäusern wurde denen, die diese Beschlüsse kritisch sehen, ausdrücklich Gewissensfreiheit zugesichert. Ihre aus der Heiligen Schrift gewonnen Erkenntnisse wurden zugleich als eine mögliche Schriftauslegung bestätigt. Für die kommenden drei Jahre wurde ein Verständigungsprozess zu Schriftverständnis und Hermeneutik verabredet. Dieser Gesprächsprozess wird von Lutz Scheufler und den anderen Unterzeichnern aufgekündigt. Das verwundert umso mehr, da gerade für die Vertreter der Sächsischen Bekenntnisinitiative dieser Teil des Synodalbeschlusses hohe Bedeutung hatte und hat.

Sachsen: Streit um Homosexualität eskaliert

Sächsische Landeskirche suspendiert Lutz Scheufler

Der Streit in Sachsen um homosexuelle Partnerschaften im Pfarrhaus eskaliert. Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens hat den Evangelisten und Liedermacher Lutz Scheufler (Waldenburg) am 13. Juni vom Dienst suspendiert. Das bestätigte der Pressesprecher der Landeskirche, Matthias Oelke (Dresden), auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Scheufler hatte zusammen mit sieben weiteren Mitgliedern des Evangelisationsteams Sachsen erklärt, die kirchenleitenden Gremien nicht länger als geistliche Leitung der sächsischen Landeskirche anzuerkennen. Außerdem wurde die Einberufung einer Bekenntnissynode gefordert.

Zu den Unterzeichnern der Erklärung gehört auch der bekannte Evangelist und Pfarrer i.R. Theo Lehmann (Chemnitz), der zu DDR-Zeiten regelmäßig die höchsten Besucherzahlen (bis zu 5.000) bei seinen Gottesdiensten hatte. Als Grund wurde die Entscheidung von Kirchenleitung und Landessynode angegeben, die Pfarrhäuser in seelsorgerlich begründeten Einzelfällen für homosexuelle Partnerschaften zu öffnen. Wie Kirchensprecher Oelke sagte, habe Scheufler mit dem Appell zur Gründung einer Bekenntnissynode zur Spaltung aufgerufen: „Das kann nicht ohne angemessene Reaktion bleiben.“ Wenn ein Bediensteter der Landeskirche deren rechtlichen Grundlagen in Frage stelle, sei eine „Suspendierung das Mindeste“. Man gebe dem Betroffenen aber die Gelegenheit, sein Verhältnis zur Landeskirche zu klären, „bevor weitere dienstrechtliche Konsequenzen gezogen werden“.

Mönchengladbach: Kirche wird Moschee

In Mönchengladbach wurde aus einer christlichen Kirche eine muslimische Moschee. Eine evangelisch-methodistische Freikirche in Mönchengladbach hat ihre Kirche einer muslimischen Gemeinde überlassen. Das berichten verschiedene Tageszeitungen. Bei der Umwidmung handelt es sich um den Gemeindesaal der methodistischen Gemeinde im Mönchengladbacher Stadtteil Rheydt, der jetzt zur muslimischen Versammlungsstätte geworden ist. Wo das Kreuz an der Wand war, berichtet der Redakteur der Tageszeitung Die Welt, prangt jetzt ein Gemälde mit drei alevitisch-muslimischen Heiligen mit Turbanen.

Im Zuge der sinkenden Zahlen von Gottesdienstbesuchern werden immer mehr Kirchen in Deutschland nicht mehr als Gotteshäuser genutzt und sie stehen leer. Die Umwidmung von Kirchen, die verkauft werden, stellt die Kirchen vor die Frage, welche Art der Folgenutzung akzeptabel ist. Manche Kirchen werden als Wohnraum genutzt, was noch vertretbar ist.

Lebenszeugnis: Mein Weg in der Kirche

 

Seit ich denken kann habe ich eine Verbindung zur Kirche. Ich wurde als Baby getauft und besuchte neben den Kinderangeboten der LKG (Sonntagsschule, Kinderbibelkreis) auch die Christenlehre. Nach 2 Jahren Konfi-Unterricht wurde ich im Mai 1995 in Lugau konfirmiert. Den Tag meiner Bekehrung kann ich nicht nennen, aber in dieser Zeit sagte ich bewusst JA zu Jesus.

Neben unseren Jugendkreis, den ich seit 1994 besuchte, ging ich auch in die Junge Gemeinde der Kirche. Ich brachte mich auch dort mit ein, indem ich z.B. Artikel für die JG-Zeitung schrieb. Ich nahm an Sportveranstaltungen der Ephorie teil, sang viele Jahre im Kirchenchor, versah ehrenamtliche Aufgaben und ging regelmäßig in den Gottesdienst. Sogar ein 2- Wochen-Praktikum im Pfarramt absolvierte ich.

Als wir in der LKG ein Gemeinschaftsblatt begannen und ich dieses mit einem Freund aus der Jugend zusammenstellte, war es mir wichtig, dass auf der Veranstaltungsliste der sonntägliche Gottesdienst stehen solle. Damit war der Gemeinschaftsleiter erstmal gar nicht so einverstanden, aber schließlich machten wir es so. Ich konnte nicht verstehen, wie man auf der einen Seite zur Kirche gehört, aber in der Praxis nur wenig davon wahrnimmt. Mir war es wichtig, dass die Innerkirchlichkeit nicht nur auf dem Blatt steht, sondern dass man sie lebt. Es lag mir viel an einer engeren Zusammenarbeit zwischen Kirche und Gemeinschaft.

In all den Jahren lernte ich die Kirche wirklich kennen. Wenn ich sie heute so stark kritisiere, dann kann man mir nicht vorwerfen, ich hätte keine Ahnung davon. Wie kam es eigentlich zu meiner jetzigen Sicht?

Streit um Homo-Beschluss: Bekenntnissynode einberufen?

Die Öffnung des Pfarrhauses für homosexuelle Partner sorgt in Sachsen für heftige Debatten. Jüngster Höhepunkt war Anfang Juni die Erklärung einer Gruppe evangelikaler Christen: Das Evangelisationsteam Sachsen will die kirchenleitenden Gremien nicht länger als geistliche Leitung der sächsischen Landeskirche anerkennen. Mit der Entscheidung, homosexuelle Pfarrer in seelsorgerlich begründeten Einzelfällen zusammen mit ihrem Partner im Pfarrhaus leben zu lassen, sei der status confessionis – also der Bekenntnisfall – gegeben. In der Erklärung heißt es dazu:

„1. Den Landesbischof, die Kirchenleitung, und die Landessynode erkennen wir nicht mehr als geistliche Leitung unserer Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens an. 2. Die Sächsische Bekenntnis-Initiative bitten wir eindringlich, dass diese umgehend eine Bekenntnissynode gründet.“

Diese Initiative ist ein Zusammenschluss von 106 Kirchengemeinden, 253 Gemeinschaften, 32 Werken und rund 8.000 Einzelpersonen der sächsischen Landeskirche. Sie tritt dafür ein, dass Bibel und Bekenntnis auch für die Lebensführung der Pfarrerschaft Gültigkeit besitzen. Einer der Sprecher der Bekenntnis-Initiative, Pfarrer Gaston Nogrady (Markersbach/Erzgebirge), wies die Forderung auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea zurück. Man fasse die Stellungnahme des Evangelisationsteams als Beitrag zu dem dreijährigen Diskussionsprozess auf, den die Frühjahrssynode beschlossen habe. Zugleich fordere die Initiative dafür den Gewissensschutz ein, den die Synode Kritikern der Öffnung von Pfarrhäusern gewährt hat. „Wir selber teilen die beiden Folgerungen nicht, da wir die drei Jahre nutzen wollen, um um unsere Kirche zu ringen“, sagte Nogrady. „Trotzdem stellen wir uns als Sächsische Bekenntnis-Initiative vor das Evangelisationsteam.“

Deutschland: Evangelikale in Sachsen fordern Bekenntnissynode

Evangelisationsteam erkennt kirchenleitende Gremien nicht länger als Leitung an

Waldenburg (idea) – Paukenschlag in Sachsen: Eine Gruppe evangelikaler Christen erkennt Landesbischof Jochen Bohl (Dresden), die Kirchenleitung sowie die Landessynode nicht länger als geistliche Leitung der sächsischen Landeskirche an. Hintergrund ist die Entscheidung von Kirchenleitung und Landessynode, das Pfarrhaus in seelsorgerlich begründeten Einzelfällen für homosexuelle Partner zu öffnen. Diesem Beschluss könne man nicht folgen, heißt es in einem Papier des Evangelisationsteams Sachsen.

Stellungnahme zur Öffnung der Pfarrhäuser für homosexuell lebende Pfarrer

 

Auf der Frühjahrstagung 2012 der Synode der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens konnten die Synodalen der Sächsischen Bekenntnis-Initiative (SBI) die totale Öffnung der Pfarrhäuser für homosexuell lebende Pfarrer etwas einschränken und den Schutz derer, die praktizierte Homosexualität ablehnen, festschreiben. Diesen Einsatz der SBI-Synodalen erkennen wir dankbar an. Mehr konnten sie nicht erreichen.

Die SBI stellt dazu fest: „Mit Bedauern sehen wir jedoch, dass es auf Grundlage des Kirchenleitungsbeschlusses vom 21. Januar 2012 in seelsorgerlichen Ausnahmefällen Einzelerlaubnisse für homosexuelle Partnerschaften im Pfarrhaus geben kann. Nach unserem Schriftverständnis ist praktizierte Homosexualität mit der Heiligen Schrift nicht vereinbar.“

Aus diesem Grund können wir dem Beschluss der sächsischen Landessynode nicht folgen. Der „status confessionis“ ist gegeben. Darum stellen wir fest:

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