Und die Verständigen werden leuchten wie der Glanz der Himmelsausdehnung, und die, welche die Vielen zur Gerechtigkeit weisen, wie die Sterne immer und ewiglich. (Daniel 12,3)
Denn das weiß ich, dass nach meinem Abschied reißende Wölfe zu euch kommen, die die Herde nicht verschonen werden. Auch aus eurer Mitte werden Männer aufstehen, die Verkehrtes lehren, um die Jünger an sich zu ziehen. (Apostelgeschichte 20, 29.30)
Gesagt ist gesagt! Was alles so geredet wird. Theologengeschwätz, gesammelt von Rolf Müller
Anmerkung: Welche Motive bewegen einen alten Mann dazu, solche Zitate zusammenzustellen? Könnte man nicht besser biblische und glaubensstärkende Aussagen in den Vordergrund stellen? Das ist richtig und ich habe das an anderer Stelle unter der Überschrift „Das Erbe der Väter“ getan. Leider zeigt die Praxis, dass die Realität in der evangelischen Welt beunruhigend ist. Es handelt sich ja nicht um vereinzelte „durchgeknallte“ Theologen, die Verwirrung stiften und über die Stränge schlagen. Es sind im Gegenteil Führungsgremien und maßgebliche Amtsträger, die sich als Vorreiter beim Kurs „weg von der Heiligen Schrift“ profilieren.
Es sind Leute, die ihre Ansichten vom Christentum nicht irgendwo im Winkel unter vorgehaltener Hand verbreiten, sondern die im Blickpunkt der Öffentlichkeit stehen und in den Medien präsent sind. Es sind Leute, die mit ihren Thesen auf den Büchertischen der christlichen Gemeinden Gehör finden und deren Werke in christlichen Buchhandlungen die Bestsellerlisten anführen. Sie decken das gesamte Spektrum von Schwärmerei, Bibelkritik bis hin zur Blasphemie ab und die wenigsten finden etwas dabei. Der für die letzte Zeit vorausgesagte Sog in Richtung Verführung ist so stark geworden, dass lehrmäßige Unterschiede mit dem Begriff „Frömmigkeitsstile“ verharmlost und unter den Teppich gekehrt werden.
Es bietet sich ein verwirrendes widersprüchliches Bild. Aus der Kirche des Wortes wurde die Kirche der Worte. Das Abrücken von der Autorität der Bibel ist der Vorbote des geistlichen Bankrotts. Jesus Christus ist kein Chamäleon, das sich beliebig den Zeitströmungen anpasst. Die gesammelten Zitate sind eine willkürliche Auswahl und könnten noch beliebig erweitert werden. Sie sind gewissermaßen nur die Spitze des Eisberges.
Man wird mir wahrscheinlich von manchen Seiten Nestbeschmutzung und mangelnde Liebe vorwerfen. Viele der Zitierten, so wird man einwenden, haben doch auch manches Richtige gesagt. Dazu ein Beispiel: Ein Pfarrer bei uns im Ort hat öffentlich bekannt, dass er nicht an die Himmelfahrt Jesu und folgerichtig auch nicht an die Wiederkunft Jesu glaubt. Die Weihnachtsgeschichte in der Bibel hält er lediglich für schöne Poesie. Das hat manche Christen in meinem Umfeld sehr umgetrieben und beunruhigt. Die Lage hat sich dann wieder entspannt, weil derselbe Pfarrer an andere Stelle eine „gute Predigt über den Philipperbrief“ gehalten hat. Wiegt das eine das andere wieder auf? Ist nicht gerade die Vermischung von Lüge und Wahrheit die Verführung, vor der Jesus in seinen Endzeitreden gewarnt hat? Soll man um des (faulen) Friedens willen besser schweigen? Prälat Rolf Scheffbuch hat treffend darauf hingewiesen: