Vielerorts wird die zentrale Aufgabe der Kirchengemeinden vernachlässigt, Bibelkenntnis zu vermitteln und den Glauben der Menschen zu stärken. Zahlreichen Christen ist deshalb das Wort Gottes nicht mehr vertraut. Das beklagte Prälat i.R. Rolf Scheffbuch (Korntal bei Stuttgart) am Reformationstag (31. Oktober) beim Sächsischen Gemeindebibeltag in Glauchau vor den rund 1.700 Besuchern. Stattdessen würden Projekte gestärkt, „mit denen wir uns vor der Welt interessant machen wollen“.
Als Beispiel nannte Scheffbuch Vorträge von Politikern in Kirchen oder Podiumsdiskussionen zu aktuellen Themen. Auch in evangelikalen Kreisen gehe es inzwischen vielfach darum, die Strukturen der Welt zu verändern, anstatt sich mit Jesus Christus und seinem Wort zu beschäftigen. Er halte das für „falsch und gefährlich“, erklärte Scheffbuch. Die Kirche sollte bei ihrer Kernaufgabe bleiben, nämlich Menschen den Zugang zum Reich Gottes zu vermitteln. Die Verantwortung für die Welt werde dadurch nicht nebensächlich: „Es macht nicht weltvergessen, wenn man auf den Herrn Jesus wartet.“ Er riet den Besuchern, Gott täglich zu bitten: „Lass mich an Dir bleiben!“
„Wenn du den Chef nicht achtest, fliegst du raus“
Zur Debatte um die Entlassung des sächsischen Jugendevangelisten Lutz Scheufler (Waldenburg bei Zwickau) sagte Scheffbuch, er leide sehr darunter, dass die Kirche oft den Gesetzen der Welt folge. Eines laute: „Wenn du den Chef nicht achtest, fliegst du raus. Bei Jesus heißt es: Wenn du ein Wort gegen den Menschensohn sprichst, so wird es dir vergeben werden – welche Großzügigkeit!“ Er wünschte sich, dass davon etwas auf die Institution Kirche abgefärbt hätte, so Scheffbuch. Scheufler war mit Wirkung zum 31. März 2013 gekündigt worden, weil er nicht bereit war, eine Erklärung des Evangelisationsteams Sachsen zurückzunehmen. Darin hatten er und weitere Mitglieder des Teams erklärt, die kirchenleitenden Gremien – also Landesbischof Jochen Bohl sowie die Landessynode – nicht länger als geistliche Leitung der sächsischen Landeskirche anzuerkennen. Begründet hatten die Unterzeichner diesen Schritt mit der Entscheidung der Kirchenleitung, Pfarrhäuser in seelsorgerlich begründeten Einzelfällen für homosexuelle Partner zu öffnen.
Der Islambeauftragte der Evangelischen Kirche von Westfalen, Gerhard Duncker (Bielefeld), hat die Eröffnung des „Zentrums für Islamische Theologie“ an den Universitäten Münster und Osnabrück begrüßt. Dies sei ein „positives Zeichen“, sagte er auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. An den beiden Standorten sollen künftig unter anderem Lehrer für islamischen Religionsunterricht ausgebildet werden. Es ist eines von vier Zentren in Deutschland, die vom Bundesbildungsministerium und den Wissenschaftsministerien der jeweiligen Länder gefördert werden. Duncker nannte es wichtig, dass die islamischen Lehrkräfte in Deutschland eingegliedert werden. So könne man künftig auf Islam-Lehrer aus dem Ausland verzichten.
In der Debatte um die Öffnung des Pfarrhauses für homosexuelle Partner in Sachsen ist jetzt erstmals öffentlich die Forderung nach dem Rücktritt des sächsischen Landesbischofs Jochen Bohl (Dresden) laut geworden. „Um weiteren Schaden abzuwenden und den bereits entstandenen tiefen Riss, der inzwischen durch unsere Landeskirche geht, nicht noch tiefer werden zu lassen oder gar einen Bruch zu riskieren, gibt es nur einen Ausweg: seinen (Jochen Bohls – Anm. d. Red.) Rücktritt“, schreibt der Dresdner Stadtrat und Vorsitzende der Sächsischen Israelfreunde, Lothar Klein, in einem Beitrag für die aktuelle Ausgabe des Magazins „Zum Leben“. Er trägt den Titel „Wider die Diktatur des Tolleranten“. Seit Jahren werde in der EKD und nun auch in Sachsen „mit Übereifer für die Akzeptanz homosexueller Lebensart gestritten“. Abweichende Meinungen würden bekämpft und als intolerant stigmatisiert. Manchen Kirchenleitungen gehe es eher darum, „die Anerkennung der Welt zu erheischen als in den Augen Gottes zu bestehen und dem Maßstab seines Wortes zu entsprechen“, schreibt Klein.
Die Kündigung des Jugendevangelisten Lutz Scheufler (Waldenburg bei Zwickau) durch die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens war nicht gerechtfertigt. Zu diesem Ergebnis kommt ein Theologisches Gutachten des emeritierten Theologieprofessors Reinhard Slenczka (Erlangen). Die sächsische Kirchenleitung hatte Scheufler mit Wirkung zum 31. März 2013 gekündigt, weil dieser nicht bereit war eine Erklärung des Evangelisationsteams Sachsen zurückzunehmen. Darin hatten er und weitere Mitglieder des Teams erklärt, die kirchenleitenden Gremien – also Landesbischof Jochen Bohl sowie die Landessynode – nicht länger als geistliche Leitung der sächsischen Landeskirche anzuerkennen. Begründet hatten die Unterzeichner diesen Schritt mit der Entscheidung der Kirchenleitung, Pfarrhäuser in seelsorgerlich begründeten Einzelfällen für homosexuelle Partner zu öffnen.
Wie ist die Bibel zu verstehen? Ist sie das ewig gültige, unfehlbare Wort Gottes oder enthält sie zeitbedingtes Menschenwort? Zu diesen im Protestantismus diskutierten Fragen hat der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Volker Jung (Darmstadt), in einem Interview mit der Evangelischen Nachrichtenagentur idea Stellung genommen. Nach seiner Ansicht ist die Bibel eine Sammlung von Schriften, die Glauben und Erfahrungen von Menschen mit Gott bezeugen: „Durch sie sollen Menschen zum Glauben geführt werden. In dem Geschehen – wie diese Schriften entstanden sind, wie sie weitergegeben werden und wie sie auch Glauben wecken können – sind sie für mich zugleich Wort Gottes.“
Als „alarmierendes Zeichen geistlicher Schwäche“ hat die Konferenz Bekennender Gemeinschaften in den evangelischen Kirchen Deutschlands die Entlassung des Jugendevangelisten Lutz Scheufler (Waldenburg bei Zwickau) aus dem Dienst der sächsischen Landeskirche kritisiert. „Wer hätte gedacht, dass mutige bekennende Christen nicht nur in Diktaturen und überwiegend muslimischen benachteiligt werden, sondern auch innerkirchlich – in der eigenen Landeskirche“, erklärte der Vorsitzende der theologisch konservativen Vereinigung, Pastor Ulrich Rüß (Hamburg), am 19. September gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea.
Die Debatte um die Öffnung des Pfarrhauses für homosexuelle Pfarrer und deren Partner innerhalb der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens reißt nicht ab. Nachdem die Landeskirche dem Jugendevangelisten Lutz Scheufler (Waldenburg bei Zwickau) Anfang des Monats gekündigt hatte, hat sich nun ein Mitglied des Evangelisationsteams Sachsen – der Evangelist Michael Kaufmann (Breitenbrunn) – selbst bei der Landeskirche angezeigt. Er stehe nach wie vor zu der Erklärung, die er gemeinsam mit den anderen Mitgliedern des Evangelisationsteams Sachsens Anfang Juni unterschrieben hatte. Darin hieß es, man erkenne Landesbischof Jochen Bohl, die Kirchenleitung sowie die Synode wegen ihrer Entscheidung, das Pfarrhaus in seelsorgerlich begründeten Einzelfällen für homosexuelle Paare zu öffnen, nicht länger als geistliche Leitung der Kirche an. Nach Gesprächen der Kirchenleitung mit den der Kirche dienstrechtlich verbundenen Unterzeichnern waren lediglich der Vorsitzende des Evangelisationsteams, Lutz Scheufler, sowie der Evangelist und Prädikant Andreas Riedel vom Dienst suspendiert worden. Während Riedels Suspendierung rasch aufgehoben wurde, war Scheufler schließlich zum 31. März entlassen worden.


